Handy-Störsender werden in Justizanstalten getestet

Um Häftlinge am Telefonieren mit einem Handy zu hindern, testet die Justiz derzeit Störsender.

(Symbolfoto)
© TT/Thomas Böhm

St. Pölten/Wien – Die Justiz testet derzeit Störsender, die Handygespräche von Häftlingen verhindern sollen. Josef Schmoll von der Generaldirektion für den Strafvollzug bestätigte auf APA-Anfrage einen Bericht des ORF NÖ vom Donnerstag. Der Probebetrieb in der Justizanstalt St. Pölten stehe vor dem Abschluss, nun soll ein anderes System in einem zweiten Gefängnis getestet werden.

Das Ergebnis des Probebetriebes in St. Pölten, der seit dem Vorjahr läuft, bezeichnete Schmoll als „gut“. Für den zweiten Test mit einem Vergleichssystem kämen die Justizanstalten Sonnberg (Bezirk Hollabrunn) oder Graz-Karlau infrage. Eine bundesweite Einführung von Störsendern „ist auch eine budgetäre Frage“, betonte Schmoll. Eine Installation in den 27 Gefängnissen in Österreich würde mehrere Millionen Euro kosten.

60 bis 70 Telefone pro Monat

Pro Monat werden bundesweit in den Justizanstalten 60 bis 70 Mobiltelefone bei Häftlingen sichergestellt. Einerseits sind Justizwachebeamte mit Geräten unterwegs, um Handysignale zu orten. Andererseits werden bei Durchsuchungen immer wieder Handys entdeckt.

Ziel ist es laut Schmoll, ein System mit der größtmöglichen Abdeckung innerhalb der Justizanstalt zu finden, das gleichzeitig die Mobilfunknetze außerhalb der Gefängnismauern nicht stört. Sowohl für den Test als auch für einen eventuelle Einführung brauche es eine Genehmigung von der Fernmeldebehörde.

TT-ePaper testen und eine von drei Cookit Küchenmaschinen gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Den Justizwachebeamten stehen laut ORF NÖ für ihre Kommunikation weiterhin Funkgeräte zur Verfügung, die von den Störsendern nicht beeinträchtigt werden. Auch die „Presse“ hatte bereits über den Störsender-Probebetrieb in der Justizanstalt St. Pölten berichtet. (APA)


Schlagworte