Hans Jakob Oeri im Kunsthaus Zürich: Werke eines Vergessenen
Zürich (APA/sda) - Erstmals zeigt das Kunsthaus Zürich das Werk des Zürcher Künstlers Hans Jakob Oeri (1782-1868) im Überblick. Die Ausstell...
Zürich (APA/sda) - Erstmals zeigt das Kunsthaus Zürich das Werk des Zürcher Künstlers Hans Jakob Oeri (1782-1868) im Überblick. Die Ausstellung mit insgesamt 75 Ölbildern, Zeichnungen, Aquarellen und Druckgrafiken dauert bis 23. Oktober. Die Schau geht auf die Dissertation der Gastkuratorin Valentine von Fellenberg zurück und wirft einen neuen Blick auf einen Künstler, der einst großes Ansehen genoss.
Hans Jakob Oeri gehörte zu jenen Künstlern seiner Zeit, die sich im Sinne der Aufklärung um Persönlichkeits- und Weiterbildung bemühten. Dies war ihm in der Schweiz nicht möglich. Er reiste deshalb nach Paris, wo er an der Ecole des beaux-arts und im Atelier des klassizistischen Historien- und Porträtisten Jacques-Louis David (1748-1825) Aufnahme fand. Weitere Studienjahre verbrachte Oeri im russischen Reich, bevor er nach Zürich zurückkehrte, wo er sich in der Kunstgesellschaft engagierte und die Schweizer Kunst der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mitprägte.
Etliche Schlüsselwerke beherbergt die Kunsthaussammlung, woraus die Ausstellung bestückt werden konnte. Dazu gehört das klassizistische Gemälde „Chloe“ (1806/1808). „Das Pariser Atelier“ (um 1807), laut von Fellenberg ebenfalls ein Höhepunkt, ist eine Leihgabe des Kunstmuseums Winterthur. Von besonderem Reiz sind die Bildnisse in Öl „des Vergolders Gottlob Bernhard aus Stuttgart“ (vor 1850), von „Hans von Reinhart“, vom „Landschaftsmaler Johann Heinrich Wüest“ oder das melancholische „Selbstbildnis“ von 1820, das die Schau eröffnet.
Zu begeistern vermögen aber auch die Bildniszeichnungen. Dabei handelt sich um Kreidezeichnungen, die Oeri in einer ganz eigenen Technik angefertigt hat, wie von Fellenberg am Donnerstag vor den Medien ausführte. Mit kleinen Strichen und Punkten erreichte der Künstler eine großartige Plastizität, eine beinahe fotografische Qualität, mit der er seiner Zeit weit voraus war.
Kommentare