Radfeld: Angst vor jungen Asylwerbern
Der Radfelder Gemeinderat stellt sich gegen die Aufnahme von jugendlichen Asylwerbern. Die TSD brauchen aber dringend Plätze.
Von Wolfgang Otter
Radfeld –Unterschriften wurden gesammelt, geharnischter Protest formuliert – in Radfeld ist die Aufregung groß, seit bekannt geworden ist, dass in einem Privathaus im Ort 50 Asylwerber oder bis zu 30 unbegleitete Jugendliche untergebracht werden sollen. Das Gebäude liegt vis-à-vis des Gemeindeamtes. „Die Besitzer sind damit an die Tiroler Soziale Dienste herangetreten“, weiß Bürgermeister Josef Auer. Geplant sei laut Auer eine Vermietung an rund 50 Personen. „Dabei soll es sich um Männer handeln, weil Familien viel weniger nach Österreich kommen und weil kaufmännisch 50 Personen notwendig sind“, wie Auer von den Hausbesitzern mitgeteilt worden sei. Eine andere Variante wäre noch, dass „rund 28 bis 30 unbegleitete jugendliche Asylwerber dort einen Platz erhalten“.
Auer befasste daraufhin den Gemeinderat unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit der Angelegenheit. „Der Gemeinderat hat sich schließlich einhellig gegen eine Unterbringung von Asylwerbern im gegenständlichen Haus ausgesprochen“, erklärt Auer gegenüber der Tiroler Tageszeitung. Er habe dies auch den Tiroler Sozialen Diensten (TSD) mitgeteilt. Samt Zusatz: „Der Gemeinderat geht davon aus, dass dem Wunsch, so wie mit mir besprochen, auch Rechnung getragen wird.“
Das wird er auch, wie TSD-Chef Harald Bachmeier mitteilt. Wobei er dies bedauert. „Das Gebäude wäre ideal gewesen und die Jugendlichen wären auch rund um die Uhr betreut worden“, wie der TSD-Geschäftsführer mitteilt. Das Problem: Es wird für die TSD immer schwieriger, Plätze zu finden, für erwachsene Asylwerber genauso wie für unbegleitete Jugendliche. Bei Letzteren erfülle Tirol erst zu 50 Prozent die Quote. „Wir müssten 500 aufnehmen, derzeit haben wir 250 in Einrichtungen der TSD und anderer Anbieter untergebracht“, sagt der Geschäftsführer. In Kufstein funktioniere die Einrichtung für unbegleitete Jugendliche übrigens bestens, wie auch BM Martin Krumschnabel bestätigt.
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