Bezirk Reutte

Mitarbeit im TVB wird in Frage gestellt

© Müller Ulrike

Große Enttäuschung – das ist eine erste Reaktion im Zwischentoren über den Verlust der Stimmrechte der kooptierten TVB-Vorstände.

Von Helmut Mittermayr

Namlos. Berwang, Heiterwang –Hohe Wellen schlägt die aktuelle Entwicklung beim Tourismusverband Tiroler Zugspitzarena. Gerhard Föger, Chef der Tourismusabteilung des Landes Tirol, hatte angekündigt, die seit 2004 geübte Praxis – alle kooptierten Mitglieder aus dem Verbandsgemeinden im Vorstand waren mit Stimmrecht ausgestattet – wegen Rechtswidrigkeit nicht mehr anzuerkennen. Nur noch der Obmann und seine beiden Stellvertreter dürfen künftig abstimmen, die Vertreter aus den Kommunen gerne mitreden. Arena-TVB-Obmann Michael Fasser selbst hatte die Causa beim Land prüfen lassen, nachdem er in der Frage des Standortes des neuen Regionsbüros eine geheime Abstimmung des Vorstandes verloren hatte.

Einer der betroffenen Kooptierten im Vorstand ist der Namloser Bürgermeister Walter Zobl. „Ich bin empört und sauer. Wegen einer Lappalie wie der Bürofrage das Auskommen im TVB so zu vergeigen, ist einfach unerhört und beschämend.“ Laut Zobl war die Zusammenarbeit bisher sehr gut, alle konnten sich einbringen – und abstimmen. „Wenn ich künftig nicht mehr mitstimmen kann, werde ich mich rarmachen. Ich bin doch nicht so blöd und fahre nach Lermoos, um dort meine Zeit zu vergeigen, wenn es nichts mehr zu entscheiden gibt.“ Kein gutes Haar lässt BM Zobl in dieser Frage auch am Land Tirol: „Juristen des Landes waren bei jeder Wahl – auch bei der letzten – dabei. Warum sind sie nicht sofort gegen diese Praxis, die in unserem Fusionsvertrag festgeschrieben steht, eingeschritten? Und jetzt wird wegen eines lächerlichen Büros eine gute Lösung für die ganze Region gekippt.“

Ähnlich äußert sich der Berwanger Bürgermeister Dietmar Berktold, Aufsichtsrat in der Zugspitzarena: „Für mich ist es beschämend, eine Praxis, die über Jahre so gut funktioniert hat, wegen persönlicher Interessen, so wie es aussieht, zu opfern. Die Zusammenarbeit aller war doch ausgezeichnet.“

Der Heiterwanger Touristiker Wolfgang Bunte, er hatte bis jetzt Sitz und Stimme im TVB-Vorstand, ist enttäuscht. „Wir leben doch alle in einer Demokratie. Wegen einer gewöhnlichen Abstimmungsniederlage so etwas anzuzetteln, geht mir nicht in den Kopf.“ Bunte kündigt an, unter den geänderten Rahmenbedingungen keineswegs im gleichen Ausmaß im Vorstand weiterarbeiten zu wollen. Bisher hat er – obwohl Vorstandsmitglied – noch keine offizielle Information erhalten. Gespannt ist Bunte auf den 22. August. Dort soll Obmann Fasser sich vor Aufsichtsrat und Vorstand erklären. Auch ein Vertreter der Tourismusabteilung des Landes werde erwartet.