Internationale Pressestimmen zur Lage in syrischer Stadt Aleppo
Aleppo (APA/dpa) - Über die dramatische Lage in der umkämpften syrischen Stadt Aleppo schreiben Tageszeitungen am Freitag:...
Aleppo (APA/dpa) - Über die dramatische Lage in der umkämpften syrischen Stadt Aleppo schreiben Tageszeitungen am Freitag:
„Nepszabadsag“ (Budapest):
„Es ist vorauszusehen, dass in Aleppo eine ungeheure Zahl von Zivilisten sterben wird. (...) 15 Ärzte aus der syrischen Stadt haben nun einen Brief an US-Präsident Obama geschrieben. Tränen, Mitgefühl, Gebete helfen hier nichts mehr, Taten seien notwendig, heißt es darin. Doch in Amerika ist gerade Präsidentschaftswahlkampf. Im allgemeinen und auch sonst gibt es ja stets einen Grund, warum die Welt draußen nichts tut. (...) In ein paar Jahren wird es dann schöne, emotional beeindruckende Spielfilme geben. Doch bis dahin wird in Aleppo kein Stein auf dem anderen bleiben. Die Bewohner der Stadt werden über die Welt verstreut sein, die Sieger werden stupide vor sich hin blicken. Was sollen sie mit den Ruinen anfangen? Haben sie das wirklich gebraucht?“
„La Croix“ (Paris):
„Die Belagerung von Aleppo gleicht keiner anderen - außer vielleicht jener von Sarajevo in den Jahren 1992 bis 1996. Sie findet vor den Augen all jener Regierungen statt, die sich nach eigenen Angaben für Syrien interessieren. Aber merkwürdigerweise gibt es keinerlei wirksame Initiative, um die Spirale der Gewalt unter Kontrolle zu bringen. Das Hauptziel der Kriegsparteien und ihrer Unterstützer aus dem Ausland ist es, den Feind zu brechen. Bis dieses hypothetische Ziel erreicht wird, gleicht der absurde Konflikt einem morbiden Nullsummenspiel.“