Gastro-Misere auf Schloss Ambras soll 2017 zu Ende sein
Vor knapp zwei Jahren schloss das von der Burghauptmannschaft betriebene Restaurant auf Schloss Ambras. Ein Imbisswagen stopfte das kulinarische Loch. Nun zeichnet sich eine Lösung ab – auch für die Parksituation.
Von Manfred Mitterwachauer
Innsbruck –„Das Schlossrestaurant ist wegen Umbaus auf unbestimmte Zeit geschlossen. Wir bitten, die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen.“ Mit diesen dürftigen Worten werden hungrige und durstige Gäste des Schloss Ambras per Aushang derzeit von der Burghauptmannschaft Österreich abgespeist. Dort, im so genannten Unterschloss, wurde die Lokalität im Oktober 2014 zugesperrt, sagt Museumsdirektorin Veronika Sandbichler auf TT-Anfrage. Über das Wieso und Warum kann nur spekuliert werden – betrieben wurde es von der Burghauptmannschaft. Und diese war trotz telefonischer sowie einer E-Mail-Anfrage zu keiner Stellungnahme zu bewegen.
Für Sandbichler ist jedenfalls klar, dass der gastronomische Engpass bereits zu einem „Imageschaden“ geführt habe: „Es war schon eine sehr schwierige Zeit für uns – wir sind ja ein Museum von Weltrang.“ Zwischenzeitlich musste mit einem Imbisswagen vor dem Spanischen Saal improvisiert werden.
Doch pünktlich zur 450-Jahr-Jubiläumsausstellung Erzherzog Ferdinand II. soll die Gastro-Misere 2017 ein Ende haben, kündigt Sandbichler an. Man habe eine museumsinterne Lösung gefunden. Der zufolge will das Kunsthistorische Museum in der „Gotischen Küche“ im Erdgeschoß des Hochschlosses Räume für ein Bistro-Café adaptieren. Auch der Renaissance-Innenhof soll hier miteinbezogen werden. Die neue Schlossgastronomie soll auch ohne Eintritt, also auch von den vielen Schlossparkbesuchern, besucht werden können. Laut Sandbichler werde schon rege an den Plänen gearbeitet, im Juni 2017 soll das Bistro-Café in Betrieb gehen.
Was mit den ehemaligen Restaurant-Räumlichkeiten im Unterschloss passieren wird, darauf könne nur die Burghauptmannschaft eine Antwort geben, verweist Sandbichler. Im Raum soll allenfalls eine museale Nutzung stehen, wird kolportiert.
Auch an einer anderen Front kündigt sich auf Schloss Ambras eine Lösung an. Und zwar beim Dauerproblem Parken.
Wie bereits berichtet, ist die Parkplatzsituation entlang der Zufahrtsstraße nicht nur aufgrund von deren Beengtheit eingeschränkt. Auch Dauerparker in der Sackgasse der städtischen Schlossstraße sind der Schlossführung ein Dorn im Auge. Sandbichler spricht von einer „prekären Lage“, die sich auch negativ in den Besucherzahlen des Museums niederschlage. Vor Monaten war deshalb die Burghauptmannschaft mit der Bitte um Einführung einer Parkraumbewirtschaftung an die Stadt herangetreten. „Für uns ist wichtig, dass die Besucher parken können“, sagt Sandbichler. In welcher Art und Weise die Stadt das regle, liege nicht in ihren Händen – einzig „das Ergebnis ist wichtig“.
Der vom Stadtsenat mit weiteren Gesprächen beauftragte Stadtrat Franz Gruber (ÖVP) berichtet, dass inzwischen zwei Varianten für eine Lösung des Problems vorlägen. Einerseits die Einführung einer Parkstraße, also einer gebührenpflichtigen Bewirtschaftung – jedoch (theoretisch) ohne Parkzeitlimit. Die zweite Möglichkeit wäre die Ausweisung einer gebührenfreien Kurzparkzone. Hier wäre die höchstzulässige Parkzeit begrenzt. Die ÖVP, so Gruber, sei – aufgrund ihrer generellen Ablehnung der Parkraumbewirtschaftungsreform – klar für Variante zwei. In beiden Fällen müsse die Schlossführung aber eine Kontrolle des Busparkplatzes sicherstellen, so Gruber.
Noch im September werde es in Absprache mit der ressortzuständigen Vize-BM Sonja Pitscheider (Grüne) eine Beschlussvorlage im Stadtsenat geben, sagt Gruber.