Landespolitik

Anrainer-Infoabend zu geplanter Flüchtlings-WG in Telfs

Das Haus der ehemaligen Heinrich-Jacoby-Schule in der Telfer Bahnhofstraße ist als WG-Standort für 21 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge vorgesehen.
© Domanig

In Telfs wird morgen über das geplante Quartier für Jugendliche diskutiert, in Grinzens war das bereits der Fall.

Telfs, Grinzens – Die geplante Unterbringung von 21 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in der Telfer Bahnhofstraße ist morgen um 19 Uhr Thema eines Infoabends für Anrainer im Hotel Munde. Gegen das Vorhaben des privaten Bildungsträgers ibis acam hat sich zuletzt eine Unterschriftenaktion formiert, die von mehreren Fraktionen der Opposition mitgetragen wird. GR Sepp Köll (Telfs Neu), einer der Initiatoren, will BM Christian Härting (Wir für Telfs) auch beim Infoabend „nahebringen, sich noch einmal mit der Standortfrage auseinanderzusetzen“.

Scharfe Kritik an der Unterschriftenaktion übt indes Wilfriede Hribar, ehemalige VP-Gemeinderätin und Vizebürgermeisterin in Telfs: Für sie und „viele meiner Freunde“ sei es „sehr beschämend, dass ausgerechnet in meiner Heimatgemeinde Telfs Gemeinderäte aus Telfs Neu, ÖVP, SPÖ, FPÖ und Bürgerliste gegen das geplante, sehr gut geeignete Asylquartier“ kämpfen würden, erklärte Hribar in einer Aussendung. Die Jugendlichen hätten alles verloren, „wir können mit ihnen ein neues Leben und eine Zukunft durch gute Betreuung aufbauen“.

In Grinzens, wo ibis acam ebenfalls 21 unbegleitete Minderjährige betreuen möchte, gab es vergangene Woche bereits einen Infoabend für die Anrainer – mit „intensiven Gesprächen“, wie BM Ton­i Bucher berichtet. Es gebe noch Bedenken bezüglich Sicherheit, Lärmbelastung oder Sichtschutz, „vieles ist aber bereits ausgeredet“. Im September beschäftigt sich der Gemeinderat erneut mit dem Projekt, danach könnte der nötige Umbau starten. Laut Bucher ist auch künftig eine Einbindung der Bevölkerung geplant: Denkbar sei ein Ausschuss mit beratender Funktion, in dem Vertreter des eigens eingerichteten Bürgerrates, direkte Nachbarn und Gemeinderäte zusammentreffen.

Obwohl sich ibis acam beim Infoabend „entgegenkommend“ gezeigt habe, gibt sich eine Nachbarin weiter äußerst skeptisch: „Das Ganze geht auf meine Kosten.“ Sollte es regelmäßig Probleme geben, „werde ich definitiv versuchen, mein Haus zu verkaufen“ – wobei massive Wertverluste abzusehen seien. (md)

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