Thailändische Polizei hatte Hinweise auf bevorstehende Anschläge
Bangkok (APA) - Die thailändischen Behörden haben nach eigenen Angaben in den vergangenen Tagen geheimdienstliche Hinweise auf bevorstehende...
Bangkok (APA) - Die thailändischen Behörden haben nach eigenen Angaben in den vergangenen Tagen geheimdienstliche Hinweise auf bevorstehende Anschläge in Südthailand erhalten. Allerdings seien sie nicht über den genauen Zeitpunkt und die Orte informiert gewesen, erklärte der thailändische Polizeichef am Freitag.
Zwischen 7. und 12. August seien selbst gebastelte Sprengkörper und Feuerbomben in sieben Provinzen gezündet worden, sagte Polizeichef Jaktip Chaijinda laut Nachrichtenagentur Reuters bei einer Pressekonferenz in Bangkok. Bei den Anschlägen Donnerstagabend und Freitagfrüh starben vier Menschen. 32 weitere wurden verletzt, darunter mehrere ausländische Touristen. Auch eine Österreicherin, die sich in Hua Hin aufhielt, wurde leicht verletzt.
Es war nicht klar, wer hinter den Anschlägen steckt. Die thailändische Polizei versicherte, die Attentate stünden nicht in Zusammenhang mit dem internationalen Terrorismus oder der islamistischen Aufstandsbewegung im Süden den Landes.
Die Behörden gehen offiziell vielmehr davon aus, dass die Bomben von Gegnern der herrschenden Militärjunta gelegt wurden, die am vergangenen Wochenende eine umstrittene Verfassungsreform durch eine Volksabstimmung absegnen ließ. Die neue Verfassung räumt dem Militär großen Einfluss auch in den kommenden Jahren ein.
Sämtliche Explosionen am Donnerstag und Freitag ereigneten sich in Süden von Bangkok, einige davon in Badeorten wie Patong auf der Touristeninsel Phuket und in Hua Hin auf dem Festland. Sie waren offenbar als Schlag gegen die Tourismusindustrie geplant.
Juntachef und Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha sagte laut „Bangkok Post“, die Bomben seien ein Versuch gewesen, Chaos zu stiften, während sich das Land in Richtung Stabilität, einer Verbesserung der Wirtschaftslage und des Tourismus bewege.“Wer steckt dahinter? Sie werden es herausfinden“, meinte Prayut. Er spielte offensichtlich auf Anhänger des vom Militär gestürzten Ex-Regierungschefs Thaksin Shinawatra an, der seit Jahren im Exil lebt.
Die jüngsten Anschläge ereigneten sich in Regionen, in denen die Bevölkerung mehrheitlich Thaksin-feindlich eingestellt ist. Beim Verfassungsreferendum am Sonntag stimmte eine große Mehrheit für die Vorschläge der Junta.
Thailändische Medien zitierten Behördenvertreter, die bei den Anschlägen ein Muster erkennen wollten, das für die Bombenattentate muslimischer Separatisten im Süden des Landes typisch ist. Dabei wird erst eine kleinere Bombe gezündet. Sobald sich Polizei und Passanten am Anschlagsort versammelt haben, wird in der Nähe eine zweite, größere Bombe gezündet, wie etwa Donnerstagabend in einem Ausgeh-Viertel in Hua Hin. Allerdings haben die muslimischen Separatisten bisher keine Touristenorte auf diese Weise ins Visier genommen.