Standort Tirol

Liebherr baut in Telfs aus, 100 neue Jobs im Anflug

© MG Telfs/Dietrich

Liebherr erweitert stufenweise seinen Standort in Telfs. Die Gemeinde segnete in einer Sondersitzung eiligst den Bebauungsplan ab.

Telfs — Die Maschinenbausparte von Liebherr erweitert den Standort in Telfs. Alfred Weithaler, einer der Liebherr-Geschäftsführer in Telfs, bestätigte gestern entsprechende Angaben des Telfer Bürgermeisters Christian Härting. „Der Standort in Telfs wird massiv ausgebaut", sagte Weithaler. Haupttreiber der Erweiterung ist laut Weithaler die Vertriebskooperation mit dem deutschen Landmaschinen-Spezialisten Claas. Die im vergangenen Jahr fixierte Partnerschaft — die TT berichtete — sieht die Entwicklung, Produktion und den weltweiten Vertrieb von Teleskopladern für Claas vor.

Das führt dazu, dass Liebherr die bisherige Produktionsmenge in Telfs massiv ausdehnen wird. Von derzeit 800 Baumaschinen wird die Produktion in den nächsten fünf Jahren auf etwa 2500 und später noch einmal auf 3000 Geräte gesteigert, wie Weithaler und Härting ausführten. Weiters soll Liebherr Telfs ab 2017 die größte hydrostatische Planierraupe der Welt — ein 70-Tonnen-Fahrzeug — produzieren.

In einer ersten Ausbaustufe werde daher bis zum nächsten Jahr im nördlichen Teil des Telfer Werks — an der Stelle der Parkplatzfläche — eine neue Versandhalle gebaut. Anschließend sollen neue Montagelinien entstehen, um den Output bewältigen zu können. In diese erste Ausbaustufe sollen rund sechs Millionen Euro investiert werden. Die Vertriebshalle soll 2017 fertig sein. In einer zweiten Ausbaustufe wird 2017 mit der Erneuerung des Verwaltungsgebäudes begonnen, das im südlichen Teil des Werksareals entstehen soll. In einer dritten Phase ist nach aktuellem Stand eine weitere Produktionserweiterung angedacht, die allerdings seitens der Eigentümerfamilie Liebherr noch nicht beschlossen und genehmigt ist.

Insgesamt sollen im Zuge der Standorterweiterung rund 100 neue Arbeitsplätze entstehen: 30 davon seien laut Weithaler bereits aufgebaut worden, 70 weitere werden dazukommen. Derzeit beschäftige Liebherr in Telfs rund 530 Mitarbeiter.

Auch die Gemeinde hatte es zuletzt offenbar besonders eilig, den Ausbau voranzutreiben. Vorgestern traf sich der Gemeinderat kurzerhand zu einer außerplanmäßigen Sondersitzung, um den Bebauungsplan — bzw. die nötigen Änderungen des ursprünglichen Bebauungsplans — abzusegnen. „Damit kann Liebherr noch heuer zu bauen beginnen", so Härting.

Die Firmengruppe Liebherr mit der Zentrale im Schweizer Bulle erzielte im Vorjahr nach eigenen Angaben mit fast 9,24 Milliarden Euro den höchsten Umsatz des Unternehmens. Dazu beigetragen haben auch die drei Tiroler Standorte. Das Raupenwerk in Telfs steigerte den Umsatz laut Eigenangaben von 152 auf 165 Millionen Euro, das Kühlgerätewerk in Lienz von 267 auf 271 Millionen Euro. Das Interalpen-Hotel in Telfs-Buchen, das auch zu Liebherr gehört, erhöhte den Umsatz von 20 auf 25 Millionen Euro. Über Gewinne machten die Tiroler Standorte keine Angaben, die Vorjahres-Bilanzen sind noch nicht einsehbar. (mas)

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