Standort Tirol

Industrielle erweitern in Tirol kräftig

Bei Sandoz wird bis 2020 noch eine halbe Milliarde investiert.
© Sandoz GmbH

Die Kritik am Standort scheint fast verflogen: Tirols Industriebetriebe stecken so viel Geld wie lange nicht in den Ausbau ihre Tiroler Werke.

Innsbruck –In der Tiroler Industrie wird wieder sichtbar mehr investiert. Der viel gescholtene Standort erfreut sich derzeit etlicher Erweiterungen. Von Med-El über Adler Lacke, Leitner und Felder bis hin zu den Schwergewichten Sandoz und Swarovski – etliche Industriebetriebe bauen aktuell ihre Tiroler Produktion aus. Diesen Trend attestierte gestern auch Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf. Sie sprach in einer Aussendung von einer „Trendwende“ bei den Investitionen in der Tiroler Wirtschaft und berief sich auf Zahlen der Wirtschaftskammer Tirol, der Bank Austria und der Statistik Austria.

Seien die Bruttoanlageinvestitionen im Vorjahr noch um 1,9 % unter dem Niveau des Krisenjahres 2008 gelegen, so gebe es nun eine Trendumkehr. Aktuell wollten 21 % ihr Investitionsniveau erhöhen, vor einem Jahr seien es noch 11 % gewesen, erklärte die Landesrätin. Eine positive Investitionsneigung gebe es neben der Industrie etwa auch im Handel und in der Verkehrswirtschaft.

Tirolweit sind aktuell so einige millionenschwere Industrie-Ausbauten zu beobachten. Eine der größten läuft nach wie vor beim Pharma-Konzern Sandoz. Das Unternehmen will bis 2020 nochmals eine halbe Milliarde Euro in Kundl und Schaftenau investieren. Ebenso viel wurde bereits seit Beginn des Jahrzehnts in die beiden Standorte gesteckt.

Ein ebenfalls 500 Millionen Euro schweres Investitionspaket hat Swarovski unlängst bis zum Jahr 2020 geschnürt. Der Löwenanteil soll auf das Stammwerk in Wattens entfallen, wo ein neues Schleifzentrum entstehen soll. Im Vorjahr wurden die Kristallwelten bereits für 34 Mio. Euro erweitert.

In Innsbruck hat der Hörimplantate-Spezialist Med-El kürzlich mit dem Bau eines zusätzlichen Büro- und Laborgebäudes begonnen. Weitere Investitionen dürften folgen. Im Endausbau peilt Med-El bis zu 700 neue Hightech-Arbeitsplätze an.

In Schwaz erweitert die Lackfabrik Adler ihren Standort bis 2020/21 für rund 60 Millionen Euro. Im Vorjahr fiel der Startschuss für eine neue Wasserlackfabrik, welche die Kapazitäten verdreifachen wird.

Für ebenfalls 60 Millionen Euro will der Holzmaschinen-Spezialist Felder in Hall ausbauen. Das Familienunternehmen kündigte kürzlich an, in den kommenden fünf Jahren seine Produktion zu erweitern und 100 neue Jobs zu schaffen (vorbehaltlich einer positiven Umweltprüfung). Ebenfalls in Hall investiert der Teigwarenhersteller Recheis heuer 4,4 Mio. Euro. Und Binderholz will in Jenbach erweitern.

Viel Geld fließt aktuell auch aus Südtirol ins Land: Der Sterzinger Seilbahn-Riese Leitner erweitert sein Werk in Telfs für insgesamt 10 Mio. Euro, 50 neue Jobs kommen hinzu. Der Südtiroler Kunstschneeproduzent TechnoAlpin hat erst im Mai in Volders einen 5 Mio. Euro teuren neuen Standort eröffnet, von dem er sich viel Wachstum erhofft. Und der Waffelhersteller Loacker steckte 70 Millionen in den Ausbau seines Osttiroler Werks – im Juni wurde die Erweiterung eröffnet. Bis 2017 sollen weitere 25 Millionen in den Standort Heinfels fließen. (wer)