Klösterle errichtet Asylklasse
Ab 15 sind auch junge Flüchtlinge nicht mehr schulpflichtig. Für sie gibt es ab November ein Angebot: die so genannte Übergangsklasse in der Schule der Dominikanerinnen.
Von Catharina Oblasser
Dölsach, Lienz –Seit Dezember 2015 gibt es das Heim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Dölsach. Zurzeit leben dort 14 Burschen im Alter von 14 bis 16 Jahren. Zehn kommen aus Afghanistan, drei aus Somalia und einer aus Albanien. Betreut werden sie vom SOS-Kinderdorf, verantwortlich ist Pädagoge Egon Wibmer.
Am Tag der offenen Tür in Dölsach, zu dem die Hausbesitzerfamilie Miglar-Tschapeller eingeladen hat, wird voller Stolz der neue Brotbackofen mit integriertem Grill gezeigt und gleich in Betrieb genommen. Gebaut hat ihn der pensionierte Maurer Lukas Pa- cher – und er erhielt tatkräftige Unterstützung von den jungen Burschen. „Die Grundbegriffe des Maurerns konnten einige dabei erlernen“, freut sich Betreuer Wibmer.
Ansonsten haben zehn der 14 Jugendlichen nicht viel zu tun. Da sie älter als 15 sind, fallen sie nicht mehr unter die offizielle Schulpflicht. Sie verbringen ihre Zeit mit Deutschlernen, Fußball oder anderen Sportarten.
Doch das wird sich ändern, erzählt Wibmer. „Mit 14. November entsteht an der Fachschule der Dominikanerinnen eine eigene Klasse für Burschen mit Flüchtlingshintergrund, die nicht mehr schulpflichtig sind.“ Laut Wibmer gibt es in der Klasse 20 Plätze, zehn davon dürfen die Heimbewohner aus Dölsach besetzen. Die Fachschule, im Volksmund „Klösterle“ genannt, wird vom katholischen Orden der Dominikanerinnen geführt, Schwerpunkte sind Gesundheit und Soziales. Ziel der Ausbildung bei den jungen Asylwerbern ist es, fit für eine Bewerbung um eine Lehrstelle zu werden.
Der pädagogische Leiter ist froh, dass ab November alle seine Schützlinge an einem Unterricht teilnehmen werden: Die unter 15-Jährigen in den Regelschule, die älteren im Klösterle. „Damit haben alle einen strukturierten Tagesablauf.“
Bernhard Deflorian vom Landesschulrat erklärt, dass es solche Klassen in Nordtirol schon mehrmals gegeben habe. Er will sie aber nicht „Asylklassen“ nennen. „Die richtige Bezeichnung ist ,Übergangsklasse‘“, sagt er. Der Lehrplan sei auf die speziellen Bedürfnisse der jungen Menschen mit Fluchthintergrund zugeschnitten.