Filmfestival von Sarajevo zum ersten Mal ohne Kriegsthemen
Sarajevo (APA) - Zum ersten Mal in seiner Geschichte werden bei dem am heutigen Freitag in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo beginnenden Fi...
Sarajevo (APA) - Zum ersten Mal in seiner Geschichte werden bei dem am heutigen Freitag in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo beginnenden Filmwettbewerb keine Spielfilme mit Kriegsthemen um den „Heart of Sarajevo“-Award ringen. Dafür seien 15 Jahre notwendig gewesen, stellte Alma Tataragic, die Kuratorin des Wettbewerbes, gegenüber Medien fest.
Nach lokalen Themen, die in den früheren Jahren dominierten, hätten sich die Filmemacher dieses Mal mehr mit globalen Themen befasst, wurde Tataragic von Medien zitiert. Das Filmfestival läuft bis zum 20. August. Um den „Heart of Sarajevo“-Award ringen acht Spielfilme, darunter auch „Die Liebhaberin“ des in Salzburg geborenen und in Argentinien lebenden Regisseurs Lukas Valenta Rinners.
Rinner erzählt darin die Geschichte der sexuellen und geistigen Befreiung eines Hausmädchens, das in einer exklusiven, abgeschotteten Wohngegend am Rande von Buenos Aires arbeitet, wie es auf der Festival-Homepage heißt. Für seinen Spielfilm-Erstling „Parabellum“ wurde Rinner im Vorjahr mit dem Diagonale-Preis der Jugendjury ausgezeichnet.
In der Sektion Kurzfilme ringen zehn Filme, unter Dokumentarfilmen 21 um einen Preis. Darunter finden sich auch zwei österreichische Co-Produktionen - „Korida“ von Sinisa Vidovic und „Unten“ von Djordje Cenic und Herman Peseckas. Korida“ begleitet drei Hauptakteure auf ihrem Weg durch die Welt der bosnischen Stierkämpfe, der Korida, voll Mythen und Heldengeschichten, heißt es auf der Homepage. „Unten“ befasst sich mit Kindern von aus Jugoslawien stammenden Familien, die in Österreich in jugoslawischen Vereinen zwischen den späten 1960er bis zu den 1990er-Jahren über die Arbeiterselbstverwaltung und die Ausbeutung der Arbeiterklasse im Kapitalismus lernten und stellt die Frage, was eigentlich die Heimat sei.
Das heuer zum ersten Mal erteilte „Ehrenherz von Sarajevo“ geht an den US-Schauspieler Robert de Niro für sein Lebenswerk. Zum Auftakt des Festivals steht am Freitagabend „Taxi Driver“ von Martin Scorsese auf dem Programm. Der Filmwettbewerb in Sarajevo gilt als der wichtigste am Balkan.
(S E R V I C E - Infos zum Festival unter www.sff.ba)
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