32 zurückberufene türkische Diplomaten nicht heimgekehrt

Ankara (APA/AFP) - 32 türkische Diplomaten, die nach dem Putschversuch in ihre Heimat zurückberufen worden sind, sind nach Regierungsangaben...

Ankara (APA/AFP) - 32 türkische Diplomaten, die nach dem Putschversuch in ihre Heimat zurückberufen worden sind, sind nach Regierungsangaben nicht heimgekehrt. Insgesamt seien 208 Karrierediplomaten aus dem Ausland zurück in die Türkei beordert worden, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Freitag. Davon seien 32 nicht zurückgekehrt.

Einige von ihnen hätten sich in andere Länder abgesetzt, sagte Cavusoglu bei einer Pressekonferenz mit seinem iranischen Kollegen Mohammad Javad Zarif.

Von drei in Bangladesch tätigen Diplomaten flüchteten den Angaben zufolge zwei in die USA, der dritte kam in die Türkei zurück. Auf die Frage nach Medienberichten, wonach sich einige Diplomaten auch nach Russland abgesetzt haben sollen, sagte Cavusoglu, er habe keine Informationen darüber. „Wir werden das nachprüfen.“

Am Donnerstag hatte der Außenminister mitgeteilt, dass sich zwei Militärattachés der türkischen Botschaft in Griechenland nach dem vereitelten Putsch vom 15. Juli nach Italien abgesetzt hätten. „Wir arbeiten daran, die beiden Verräter zurück in die Türkei zu bringen“, fügte der Minister hinzu.

Ankara hat seit dem Umsturzversuch tausende Soldaten und Offiziere festnehmen lassen und knapp die Hälfte der Admiräle und Generäle aus den Streitkräften entlassen. Ihnen wird vorgeworfen, Anhänger des in den USA lebenden islamischen Predigers Fethullah Gülen zu sein. Auch in der Polizei, der Justiz, der Regierung und im Bildungssektor wurden zehntausende angebliche Gülen-Anhänger festgenommen, entlassen oder suspendiert.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft seinem ehemaligen Verbündeten Gülen vor, hinter dem Putschversuch zu stecken. Dieser bestreitet das.