Tirol

Mit dem TT-Café in Schwaz beschwingt ins Wochenende

© Fankhauser Eva-Maria

Die Sonne strahlte in Schwaz mit den TT-Café-Besuchern um die Wette. Zum Gratis-Frühstück gab’s Musik und interessante Interviewgäste.

Von Angela Dähling

Schwaz –Der Wettergott muss ein Fan des TT-Cafés in Schwaz sein – genauso wie die zahlreichen Leserinnen und Leser der Tiroler Tageszeitung, die gestern bei strahlend blauem Himmel vor der Schwazer Stadtpfarrkirche gemeinsam gratis frühstückten.

Mit schmackhaftem Gebäck von der Hofer Backbox, frisch aufgebrühtem Kaffee von Wedl/Testa Rossa und erfrischendem Montes Mineralwasser war für das leibliche Wohl gesorgt. 2900 Tassen Kaffee und je 1600 Stück Gebäck und Mineralwasser wurden bis Mittag beim TT-Café konsumiert.

Für einen beschwingten Start in das Wochenende hatte die Band Prim­e Time Hitklassiker wie „Have You Ever Seen The Rain“, „Brown Eyed Girl“ und „Country Roads“ live auf die Schwazer Bühn­e gebracht. Und wie es sich für die Tiroler Tageszeitung gehört, kam auch die Information nicht zu kurz. TT-Chefredakteur Mario Zenhäusern konnte eine illustre Schar von Interviewgästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport begrüßen. Allen voran der neue Bezirkshauptmann Michael Brandl, der sich über erste Kontakte zu „seinen“ Bürgern beim TT-Café sehr freute und dabei auch um ein Autogramm gebeten wurde. „Das Autogrammeschreiben bin ich noch nicht so gewohnt“, meinte Brandl, der seit 14 Tagen im Amt ist, lachend. „Man muss aus Kundensicht denken, sonst hat man keinen Erfolg. Das nehme ich mit aus der Tourismusbranche in die Bezirkshauptmannschaft“, erklärte der einstige Prokurist der Tirol Werbung. Sein Vorgänger Karl Mark sei eine „Institution“ gewesen, lobte er. „Er nahm sich zurück, mir Vorschläge für meine Arbeit zu machen, ich soll meine eigenen Wege gehen.“ Mit dem Schwazer Urgestein Hans Lintner, der ersten Bürgermeisterin im Bezirk, Monika Wechselberger aus Mayrhofen, und Tirols jüngstem Bürgermeister Dominik Mainusc­h aus Fügen standen drei Gemeindeoberhäupter CR Zenhäusern Rede und Antwort. Lintner will die Medical School samt Campus beim Bezirkskrankenhaus unterbringen. „Es ist notwendig, eine tertiäre Bildungseinrichtung im Bezirk zu schaffen“, sagte er.

Dass man als Frau in Führungspositionen doppelt so viel leisten muss wie Männer, bestätigte BM Monika Wechselberger. Auf die Frage, wie Mayrhofen 2025 wohl aussehen werde, meinte sie: „Die Bettenkapazität wird weiter gestiegen sein, weil viele Widmungen schon bestehen. Es gilt die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Einheimischen dennoch im Ort wohnen bleiben, und Verhältnisse wie in Kitzbühel zu vermeiden.“ BM Mainusch will an Taten und nicht am Alter gemessen werden und nannte den Verkauf der Spieljochbahn an Heinz Schultz den einzi­g richtigen Weg. Die Verkehrslösung in Fügen werde indes nicht ganz so schnell kommen. „Aber in dieser Gemeinderatsperiode“, so Mainusch. Bürger und Anrainer gelte es in den Prozess einzubinden.

Er habe als ewiger Kritiker an der Zillertalbahn schlecht Nein sagen können, als man ihn bat, Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens zu werden, erklärte Franz Hörl. Der Tiroler Wirtschaftsbund-Obmann und Multi-Funktionär will am 17. Oktober als VP-Bezirksparteiobmann zurücktreten und damit zumindest im Bezirk Schwaz kein weiteres Amt mehr bekleiden. Als Seilbahner hoffe er, dass sich Hochfügen in Richtung Inntal verbinden werde, da Schultz’ Fusionspläne taleinwärts ins Zillertal gerichtet seien.

Für Spannung und Action sorgte schließlich Stefa­n Eberharter. Nein, nicht der ehemalige Skifahrer, sondern der Vizeweltmeister im Trialbiken. Dass er zwar in der Trialbike-Szene, aber allgemein noch nicht so bekannt sei, stört den sympathischen Zillertaler nicht. „Jammern hilft da nicht. Wir müssen zusammen schauen, immer besser zu werden. Es braucht noch ein paar Jahre, dass unser Sport bekannter wird, aber Potenzial ist sicher da.“ Und dann bewies er, dass er sein Bike beherrscht wie ein Profitänzer seine Beine. Er sprang damit aus dem Stand über zwei am Boden liegende Burschen und hüpfte die Stufen zur Bühne hinauf. Für Spaß sorgten danach drei Meister des Gaudi-Metiers: die Jungen Zillertaler. Spontan lieferten sie eine A-cappella-Gesangseinlage mit Zwerglmütze und machten damit Lust auf ihr Open-Air am kommenden Wochenende in Strass. 7000 Zuschauer werden erwartet. „Endlich mal wieder daheim“, freuen sie sich. Sind sie doch 200 Tage im Jahr unterwegs. Schließlich wurde es nochmal spannend, als Moderatorin Margit Bache­r gut gelaunt wie immer Glücksengerl Leoni­e auf die Bühne holte. Die kleine Glücksfee sorgte für eine Überraschung, die es bisher noch nie beim TT-Café gab. Denn die zwei Kärtchen, die sie nacheinander aus der Gewinnbox fischte, zierte derselbe Nachname: Das Ehepaar Armin und Doris Christanell aus Vomp ist nun stolzer Besitzer eines Hotelgutscheines für zwei Tage Halbpension im „Das Sieben“ und einer Kapsel-Kaffeemaschine.

Franz Hörl (l.) stand TT-Chefredakteur Mario Zenhäusern Rede und Antwort.
© Fankhauser