Erste Liga

Wattens kassierte die erste Saisonniederlage

Nach einem Foul von Keeper Ferdinand Oswald an Wr.-Neustadt-Kicker Bernd Schweidl zeigte Schiedsrichter Baumann auf den Punkt.
© Gepa

Gegen Wr. Neustadt musste sich die WSG Wattens am Freitag zuhause 0:1 geschlagen geben. Dem entscheidenden Treffer durch einen Stefel-Elfmeter ging ein Patzer von Torhüter Ferdinand Oswald voraus.

Von Alex Gruber

Wattens – Zum Pausenpfiff spielten am Freitag einige im Gernot-Langes-Stadion „Hätti-wari-tati“. Hätte Wattens-Coach Thomas Silberberger seinen 22-jährigen Defensivstrategen Drazen Kekez nach der Gelben Karte (30.) ausgewechselt, wäre der nämlich nicht 15 Minuten später mit der Ampelkarte vom Platz marschiert. Die „Schuld“ in diesem Fall auf der Trainerbank zu suchen – zumal auf der „Sechs“ mit Svejnoha (Innenbandeinriss) und kurzfristig auch Mörck (Zerrung) zwei Alternativen fehlten –, war aber völlig fehl am Platz, denn der Ausschluss ging auf Kekez’ jugendlichen Ungestüm zurück. Und Schiedsrichter Michael Baumann hatte sich schon zuvor bei einigen Fehlentscheidungen vom Verdacht befreit, so etwas wie ein Heimschiri zu sein. Aber der Reihe nach:

Die Pfeife blieb zunächst bei einer absolut elferreifen Attacke an Benni Pranter (2.) stumm und bis auf einen Rusek-Schuss (3.) diktierten die Hausherren in den ersten 20 Minuten das Geschehen ganz klar mit bis zu 70 Prozent Ballbesitz: Lukas Katnik scheiterte nach einem Pranter-Freistoß (5.) aber ebenso am Führungstreffer wie Angriffspartner Milan Jurdik nach schöner Einzelleistung (12.). Weitere Schüsse (Pranter, Zimmerhofer) wehrte Neustadt-Goalie Schierl im ersten Durchgang ab, bei einem Gäste-Hochkaräter rutschte der Wattener Linksverteidiger Florian Buchacher noch rettend in den Schuss (26.).

Mit dem Platzverweis von Kekez startete der zweite Durchgang mit veränderten Vorzeichen. Katnik rutschte eine Etappe ins Mittelfeldzentrum neben Kevin Nitzlnader zurück. Vor den Augen von Tirols Schiedsrichter-Beobachter Thomas Einwaller setzte sich die Fehlerkette des Schiedsrichtergespanns fort, der agile Jurdik verzeichnete per Kopf (55.) die erste WSG-Chance in Unterzahl.

Ein kontrollierter Spielaufbau mit einem Goalie, der nicht jeden Ball wegdrischt, ist in der Fußball-Neuzeit erstrebenswert. Der Haken von Ferdinand Oswald gegen Neustadt-Stürmer Gschweidl war auch noch fein, aber dann vergaß der Schlussmann, die Kugel doch endlich zeitgerecht nach vorne zu befördern: Stattdessen kam es zu einem Pressball und einem Gerangel, das Baumann mit einem harten, aber wohl berechtigten Elfmeterpfiff zum 0:1 (63./Stefel) ahndete. Wattens wollte, der große Sitzer aufs 1:1 blieb aber aus, im Gegenzug bewahrte Oswald die Hausherren gegen Djuric noch vor dem 0:2 (87.).

Die Kulisse war wieder gut, laut Klub-Angabe sogar besser (2.100) als bei der ausverkauften Heimpremiere. Am Ende geht’s aber um Punkte. Und Aufsteiger Wattens ging in der vierten Runde erstmals leer aus und wartet nach 180 Minuten noch auf den ersten Heimtreffer. Am Herz fehlt es sicher nicht.

Sky Go Erste Liga, 4. Spieltag

LASK Linz - Wacker Innsbruck 1:0 (0:0)

Tor: Gartler (72.)

WSG Wattens - SC Wr. Neustadt 0:1 (0:0)

Tor: Stefel (63./Foulelfmeter).

Gelb-Rot: Kekez (45., wiederholtes Foulspiel/Wattens)

FC Liefering - FAC 2:1 (1:1)

Tore: X. Schlager (9.), Tetteh (81.) bzw. Grbic (4.)

SC Austria Lustenau - Kapfenberger SV 1:3 (0:0)

Tore: Dwamena (68.) bzw. Dos Santos (48.), Meusburger (67.), Joao Victor (83.)

SV Horn - Blau-Weiß Linz 2:1 (0:1)

Tor: Zatl (47.), Varela (60.) bzw. Goiginger (45.)