Bericht: Griechenland und EU rufen deutsche Beamte nicht ab
Berlin (APA/AFP) - Griechenland und die EU rufen einem Bericht zufolge nur wenige der von Deutschland zugesagten Personalhilfen bei der Bewä...
Berlin (APA/AFP) - Griechenland und die EU rufen einem Bericht zufolge nur wenige der von Deutschland zugesagten Personalhilfen bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise ab. Ein Großteil der Beamten, die Deutschland zur Unterstützung von EU-Missionen angeboten hatte, komme nicht in Griechenland zum Einsatz, berichtete „Bild“ (Freitagsausgabe) mit Verweis auf Zahlen des deutschen Innen- und des Justizministeriums.
Betroffen seien Polizisten, Asylexperten und Richter. Den Angaben zufolge hatten deutsche Polizeibehörden von Bund und Ländern 200 deutsche Polizisten für die Rückführung von Flüchtlingen aus Griechenland in die Türkei oder die Heimatländer angeboten. 100 Polizeivollzugsbeamte sollten stets vor Ort sein. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex habe bisher aber lediglich zwölf angefordert, heißt es in dem Bericht. Der Rest sei „auf Bitten von Frontex“ noch nicht abgereist.
Auch beim Einsatz von Asyl-Experten und Asyl-Entscheidern des deutschen Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) gebe es Probleme: So habe die Regierung in Berlin der europäischen Asylbehörde EASO Unterstützung durch bis zu 100 Asylexperten angeboten. Von diesen wurden laut „Bild“ seit April nur 21 Entscheider, eine Mitarbeiterin des Asylverfahrenssekretariats und eine Mitarbeiterin aus der Bamf-Pressestelle von der EASO für den Griechenland-Einsatz angefordert.
Komplett abgesagt wurde den Informationen zufolge der Einsatz von Asyl-Richtern aus der EU in Griechenland. „Der Einsatz wurde auf unbestimmte Zeit von der EASO verschoben“, zitierte die Zeitung eine Sprecherin des Justizministeriums.
In Griechenland fehlen Fachrichter, die über Widersprüche gegen Asyl-Ablehnungen urteilen können. Dafür sollten bis zu 30 Richter aus EU-Ländern kommen - zehn hatte Deutschland angeboten.
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