Modi macht Pakistan für Gewalt in Kaschmir verantwortlich
Neu-Delhi (APA/AFP) - Angesichts der wochenlangen blutigen Unruhen in Kaschmir hat der indische Regierungschef Narendra Modi dem Erzfeind Pa...
Neu-Delhi (APA/AFP) - Angesichts der wochenlangen blutigen Unruhen in Kaschmir hat der indische Regierungschef Narendra Modi dem Erzfeind Pakistan die Schuld für die Gewalt gegeben. „Die Grundursache für die Unruhen in Kaschmir ist grenzüberschreitender Terrorismus, der von unserem Nachbarland ermutigt wird“, sagte der hindunationalistische Politiker am Freitag.
Er verwies auf große Mengen „komplexer Waffen“, die beschlagnahmt worden seien, sowie auf erschossene „ausländische Terroristen“. „Pakistan kann eine Million Lügen verbreiten, die Welt wird sie nicht akzeptieren“, sagte Modi, nachdem er sich mit Politikern getroffen hatte, um einen Ausweg aus der Krise in dem Himalaya-Gebiet zu suchen. In dem von Indien verwalteten Teil Kaschmirs gilt eine Ausgangssperre, seitdem im Juli der beliebte junge Rebellenführer Burhan Wani bei einem Feuergefecht mit den indischen Sicherheitskräften erschossen wurde. Sein Tod führte zu heftigen Protesten, die bis heute andauern.
Mehr als 50 Zivilisten wurden bereits bei Zusammenstößen zwischen steinewerfenden Demonstranten und den Sicherheitskräften getötet und tausende weitere verletzt. Es sind die schwersten Unruhen in Kaschmir seit 2010. Modi versprach kürzlich, tausende Jobs für arbeitslose Jugendliche zu schaffen. Seiner Bharatiya Janata Party, die Teil einer instabilen Koalitionsregierung im Bundesstaat Jammu und Kaschmir ist, wird aber vorgeworfen, zu wenig zur Eindämmung der Gewalt zu tun.
Die mehrheitlich von Muslimen bewohnte Bergregion ist seit einem Krieg 1947 zwischen Indien und Pakistan geteilt, wird aber weiter von beiden Staaten in Gänze beansprucht. Seit 1989 kämpfen mehrere Rebellengruppen teils für die Unabhängigkeit Kaschmirs, teils für den Anschluss an Pakistan. Die indische Armee und Polizei, die in dem Hochgebirgstal mit hunderttausenden Mann präsent sind, geht mit großer Härte gegen die Aufständischen vor, doch die Rebellion schwelt weiter.