Bomben in Thailand - Polizei kündigt Liste von Verdächtigen an
Bangkok (APA/dpa/AFP) - Nach den Bombenanschlägen in Thailand haben die Behörden ihre Ermittlungen zu möglichen Drahtziehern und Motiven for...
Bangkok (APA/dpa/AFP) - Nach den Bombenanschlägen in Thailand haben die Behörden ihre Ermittlungen zu möglichen Drahtziehern und Motiven fortgesetzt. Festnahmen gab es bis Samstagmorgen zwar noch nicht, wie der stellvertretende Chef der nationalen Polizei, Pongsapat Pongcharoen, vor Reportern sagte. „Wir hoffen aber, heute oder spätestens am Sonntag eine Liste von Verdächtigen zu haben“, kündigte er an.
In Thailand detonierten am Donnerstagabend und am Freitag mindestens zehn Sprengsätze in fünf verschiedenen Orten, darunter in Hua Hin und auf der Urlauberinsel Phuket. Nach offiziellen Angaben wurden mindestens vier Menschen getötet und 35 weitere verletzt. Unter den Verletzten ist eine Österreicherin. Im Visier der Attentäter waren hauptsächlich Touristenziele im Süden des Landes. Bei den Toten handelt es sich nach Polizeiangaben um Thailänder.
Die Polizei geht zurzeit davon aus, dass am ehesten Gegner der von der Militärregierung unterstützten und vergangene Woche in einem Referendum beschlossenen neuen Verfassung des Landes hinter den Anschlägen stecken könnten. „Man muss nur sehen, wo die Anschläge stattfanden - all diese Provinzen haben dafür gestimmt“, sagte am Freitag Polizeichef Chakthip Chaijinda. „Meiner Meinung nach gibt es eine Verbindung zur politischen Entwicklung.“ Seit einem Putsch im Mai 2014 regiert in dem südostasiatischen Land das Militär.
Im Süden des Landes gibt es zudem seit Jahren Widerstand gegen die Regierung in Bangkok. Separatisten fordern die Unabhängigkeit der drei südlichsten Provinzen des Landes. Seit 2004 starben mehr als 6.000 Menschen bei Bombenanschlägen und Schießereien. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass die Separatisten hinter den jüngsten Anschlägen steckten, sagte Polizeichef Chaijinda.
Hua Hin liegt rund 200 Kilometer südlich der thailändischen Hauptstadt Bangkok und ist ein beliebtes Reiseziel bei in- und ausländischen Touristen. Der am schwersten von den Anschlägen getroffene Badeort fürchtet nun einen Rückgang der Touristen.
„Hua Hin hatte noch nie so ein Problem“, sagte Nai Amporn, der ein Restaurant am Strand von Hua Hin besitzt einer Nachrichtenagentur. „Ich fürchte, dass die Geschäfte schlechter laufen werden - allein heute Morgen kann man sehen, dass weniger Leute zum Frühstück gekommen sind.“ Der Tourismus ist ein wichtiges Standbein der thailändischen Wirtschaft.