Internationale Pressestimmen zu den Bombenanschlägen in Thailand
Bangkok (APA/dpa) - Zu den Bombenanschlägen in Thailand, zu den möglichen Tätern und Motiven schreiben Tageszeitungen am Samstag:...
Bangkok (APA/dpa) - Zu den Bombenanschlägen in Thailand, zu den möglichen Tätern und Motiven schreiben Tageszeitungen am Samstag:
„La Repubblica“ (Rom):
„Der Verdacht der Generäle und vieler Experten ist Ärger über die Absetzung von (Ex-Premier) Thaksin (Shinawatra), der auch bei anderen kleinen und blutigen Anschlägen der vergangenen zehn Jahre ein Motiv war. Aber die neuesten Bombenanschläge haben zum ersten Mal die Feierlichkeiten für ein Mitglied der königlichen Familie ins Visier genommen - ein Quantensprung mit noch unabsehbaren Folgen. Es werden auch islamische Separatisten verdächtigt, aber die Guerilla an der Grenze zu Malaysia hat nie Angriffe in den südlichen Regionen getätigt. Die Angriffe auf Feierlichkeiten zum 84. Geburtstag von Königin Sirikit belasten deshalb Anhänger von Ex-Premier Thaksin.“
„The Times“ (London):
„Das Ziel von Terroristen ergibt sich aus deren modernisierungsfeindlicher Agenda: Westliche Gesellschaften sollen bewegungsunfähig gemacht werden, ihre Bürger sollen Angst haben, Bahnhöfe oder Flughäfen zu betreten, an einer Bushaltestelle zu stehen oder in einen Zug zu steigen. Dies geschehen zu lassen, zu Hause zu bleiben oder im Ausland nur noch in festungsartig geschützten Hotelanlagen abzusteigen, bedeutet, den Jihadisten den Sieg zu überlassen. Der Tourismus schafft Arbeitsplätze und Hoffnung für junge Menschen, die andernfalls radikalisiert werden könnten. Die richtige Antwort auf den Terror hat jener französische Pianist gegeben, der nach dem Überfall auf das Pariser Bataclan-Theater davor trotzig in aller Öffentlichkeit Klavier spielte. Sie besteht nicht darin, fremde Länder zu meiden, sondern darin, Interesse an ihnen zu zeigen und zugleich ihre Traditionen zu respektieren. Sie besteht darin, die Angst zu überwinden.“