Bericht: Russische Flugmanöver lösen auf Baltikum häufig Alarm aus
Moskau (APA/AFP) - Russische Flugmanöver lösen in den drei östlichen NATO-Staaten Estland, Lettland und Litauen laut einem Zeitungsbericht h...
Moskau (APA/AFP) - Russische Flugmanöver lösen in den drei östlichen NATO-Staaten Estland, Lettland und Litauen laut einem Zeitungsbericht häufig Alarm aus. Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres habe es in 44 Fällen provokative Annäherungen russischer Militärflugzeuge an den baltischen Luftraum gegeben.
Das berichten die Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) in ihren Samstagsausgaben unter Berufung auf NATO-Kreise in Brüssel. In dem Bericht wird ein Fall vom 7. Juni angeführt: Ein russisches Transportflugzeug vom Typ Antonow An-26 sei nahe der Ostseeinsel Vaindloo in den estnischen Luftraum eingedrungen. Die Luftraumverletzung habe zwar weniger als eine Minute gedauert, sie habe aber eine Protestnote an einen ins estnische Außenministerium einbestellten russischen Diplomaten zur Folge gehabt.
Ein Alarmstart wird dem Bericht zufolge ausgelöst, sobald russische Flugzeuge mit ausgeschalteter Flugkennung auf baltische Staaten zufliegen. NATO-Abfangjäger würden dann losgeschickt, um die russischen Maschinen in internationalen Luftraum zurückzudrängen.
Der Sonderbeauftragte der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) für die Ostseeregion, der deutsche CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Klimke, spricht von einem insgesamt gewachsenen Bedrohungspotenzial. „Regelmäßige Luftraumverletzungen sowie gefährliche Flugmanöver an den Grenzen der baltischen Staaten schüren Ängste im Ostseeraum“, sagte Klimke dem RND. Parallel dazu gebe es jetzt ein erneutes Aufflammen des Ukraine-Konflikts.
Der Ukraine-Konflikt macht auch den baltischen Staaten zunehmend Sorge. Der litauische Außenminister Linas Linkevicius sagte dem RND, es gebe Hinweise darauf, dass Russland große Truppenverbände nahe der Grenze zur Ukraine zusammenziehe. „Besonders bereitet mir Kopfzerbrechen, dass Russland darauf dringt, in der von Separatisten kontrollierten Ostukraine möglichst viele Betten in Krankenhäusern freizumachen, und separatistische Kämpfer aus dem Urlaub zurückruft“, sagte Linkevicius. Dies lasse „nichts Gutes erwarten“.
„Ich fürchte das Schlimmste. Es würde mich nicht wundern, wenn Russlands Staatschef Wladimir Putin neue militärische Erfolge anstrebt“, sagte der litauische Außenminister. Putin nutze damit ein Zeitfenster, das zwischen seiner Aussöhnung mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan und der möglichen Wahl von Hillary Clinton zur neuen US-Präsidentin liege.
Der russische Geheimdienst FSB hatte am Mittwoch erklärt, er habe Anschläge des ukrainischen Militärs auf der Krim vereitelt. Nach Angaben aus Kiew stockte Russland daraufhin sein Militärkontingent in der Region auf und schaffte neues Militärmaterial heran. Die Ukraine erhöhte am Freitag für die Krim sowie die östlichen Regionen Donezk und Luhansk die Terrorwarnstufe auf das höchstmögliche Niveau.
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