„Making a Murderer“: US-Gericht ordnet Freilassung an
Das Alter von Brendan Dassey bei seiner Verurteilung, sein Intelligenzquotient und falsche Versprechungen durch die Polizei sind Gründe dafür, dass der Richter die Haftentlassung angeordnet hat.
New York – Einer der beiden Verdächtigen aus der Krimi-Doku-Serie „Making a Murderer“ könnte bereits in den nächsten Monaten aus dem Gefängnis freikommen.Brendan Dassey muss innerhalb von 90 Tagen freigelassen werden, sollte der Fall bis dahin nicht neu aufgerollt werden. Dasentschied ein Richter in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin am Freitag. Dassey war 2007 nach dem Mord an einer Fotografin zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
Die Aussagen von damals seien unzulässig gewesen:Dem damals 16-jährigen geistig beeinträchtigten Jungen seien falsche Versprechungen gemacht worden, dieBefragungohne Eltern oder Anwälte sei unzulässig gewesen.Dassey istmit seinem ebenfalls verurteilten Onkel Steven Avery eine der Hauptfigurender zehnteiligen Reihe beim Streamingdienst Netflix.
Dort werden auch die Ungreimtheiten rund um den Fall und die zahlreichen Ermittlungspannen thematisiert. Laut Richterin soll der damals 16-jährige Brendan Dassey unfreiwillig zu dem Geständnis gedrängt worden sein, ohne Beisein seiner Eltern oder eines Anwalts. Auch sein niedriger Intelligenzquotient und falsche Versprechungen von Seiten der Polizei hätten zu dem Geständnis geführt.
In der Serie „Making a Murderer“ steht aber vor allem Brendans Onkel Steven Avery im Fokus. Dieser wurde schon einmal unschuldig verurteilt. In einer geplanten zweiten Staffel soll es um die Zeit nach der erneuten Verurteilung Averys gehen. Und auch darum, dass er nicht doch noch nachträglich freigesprochen werden könnte. (dpa)