Zweimal die Null bereitete doppelten Schmerz
Die beiden 0:1-Niederlagen gegen Wr. Neustadt und den LASK waren bittere Pillen für Wattens und den FC Wacker.
Von A. Gruber und W. Müller
Innsbruck –Kein Tor, kein Punkt und Enttäuschung pur – die vierte Runde der Sky Go Ersten Liga war aus Tiroler Sicht rechnerisch ein Spieltag zum Vergessen. Weil beide Nullnummern unnötig wie ein Kropf und somit doppelt ärgerlich waren. In Wattens wurde der Nimbus der Ungeschlagenheit im Gernot-Langes-Stadion nach zwei Jahren gegen Wr. Neustadt gekippt, der FC Wacker kämpfte im Schlager gegen den LASK zwar tapfer, aber die Punkte blieben halt trotzdem bei den Linzer Athletikern.
Für beide Tiroler Klubs ein Rückschlag, aber noch lange kein Beinbruch, denn in dieser Liga ist alles möglich, kann jeder jeden schlagen. Und die bislang souveränen Lieferinger, die am Dienstag im Tivolistadion gastieren, können weiter alles gewinnen, aufsteigen dürfen sie als Bullen-Filiale aber nicht. Auch so ein spezielles Kapitel dieser Liga, die in dieser Form bekanntlich zum letzten Mal ausgespielt wird.
Eine Niederlage, die Kraft und Zuversicht vermitteln muss
Platz sieben nach vier Runden mit vier Punkten und einem negativen Torverhältnis – Zahlen, die den klassischen Fehlstart des FC Wacker eindrucksvoll belegen. Was der sportlichen Leitung auch schwer im Magen liegt, dennoch zogen sowohl Alfred Hörtnagl als auch Maurizio Jacobacci aus der 0:1-Niederlage in Pasching positive Schlüsse. „Über 90 Minuten waren wir die bessere Mannschaft. Was fehlte, war der letzte Pass und die nötige Entschlossenheit“, ärgerte sich Jacobacci, dass seine Truppe für den großen Aufwand nicht belohnt wurde. „Wir hätten mindestens einen Punkt verdient, weil wir vor allem defensiv kaum etwas zugelassen haben.“ Was den Trainer trotz des miesen Starts vor dem Heimspiel am Dienstag gegen Tabellenführer Liefering optimistisch stimmt: „Die Mannschaft ist intakt, die Einstellung passt. Wir sind auf dem richtigen Weg.“
Das große Ziel Aufstieg hat der General Manager natürlich immer noch im Hinterkopf, nach dem holprigen Start setzt Hörtnagl zunächst einmal auf „kleine Schritte“, die den Weg zur Wende beschreiten sollen. „Wir waren mit dem LASK auf Augenhöhe. Jetzt gilt es an der Stabilität zu feilen und auch einmal die Null zu halten.“ Dass er mit dem deklarierten Ziel „Aufstieg“ sich, dem Trainer und der Mannschaft einen zu schweren Rucksack umgeschnallt hätte, kann Hörtnagl nicht nachvollziehen: „Das ist doch der Anspruch des FC Wacker. Wenn das nicht so sein würde, wäre ich nicht hier, hätte ich diese Aufgabe nicht übernommen.“
Erste Niederlage raubt Wattenern nicht den Schlaf
Die 0:1-Heimniederlage gegen Wiener Neustadt zeigte Aufsteiger Wattens einmal mehr, dass man mit allen mithalten kann. Denn es war bis zum schweren Patzer von Goalie Ferdinand Oswald, der zuvor in dieser Saison schon mehrfach geglänzt hatte, nicht ersichtlich, dass die WSG nach dem Ausschluss von Drazen Kekez in Unterzahl agierte.
„Es war nicht erkennbar, dass sie einer mehr sind. Natürlich hat uns in der Folge an der ein oder anderen Stelle eine Anspielstation gefehlt“, resümierte Coach Thommy Silberberger am gestrigen Tag. Der junge Kekez, der sich mit Tunnelblick laut Benni Pranter am Feld offenbar gar nicht an seine erste Gelbe Karte erinnern hatte können, war mit dem Ausschluss schon genug bedient. Und nach Martin Svejnoha und Niels-Peter Mörck (beide verletzt) fällt für das Match in Kapfenberg der dritte defensive Mittelfeldspieler aus. Nur noch Kevin Nitzlnader ist übrig.
„Wenn der Nitzi in Kapfenberg über die Mittellinie läuft, bekommt er einen Stromstoß“, hat Silberberger seinen Humor wiedergefunden. Schließlich würden sieben Punkte immer noch einen sehr guten Start bedeuten. Und schließlich hat sein Team bei vielen tollen Offensivaktionen (in den zwei torlosen Saisonheimspielen wurde auch schon ein Elfer verschossen) bislang kein Gegentor aus dem laufenden Spiel kassiert.
Vielleicht rotiert in Kapfenberg sogar Niko Schneebauer in die Elf oder das System wird auf ein 4-1-4-1 adaptiert. Sechs Zähler in der Fremde (in Linz und am Tivoli) erzeugen ein ganz gutes Gefühl.