Motorrad: Österreichs Sport-Asse schwärmten von der MotoGP

Spielberg (APA) - Die Rückkehr der MotoGP in Spielberg haben sich einige österreichische Asse aus anderen Sportarten nicht entgehen lassen. ...

Spielberg (APA) - Die Rückkehr der MotoGP in Spielberg haben sich einige österreichische Asse aus anderen Sportarten nicht entgehen lassen. Marcel Hirscher hielt die Piloten für „Teufelskerle“ und die früheren Skispringer Thomas Morgenstern und Andi Goldberger zogen ebenfalls den Hut vor den Bikern. Matthias Lanzinger sagte, er sei erst vor einer Woche selbst mit seiner Maschine am Red Bull Ring gefahren.

Hirscher sehe die MotoGP das erste Mal live: „Die Geschwindigkeit, der Sound, das ist einfach ein Mega-Erlebnis.“ Im Vergleich zur Formel 1 sei die MotoGP „ein wenig rauer und ungefiltert“. Das mache es „brutal reizvoll“ für den fünffachen Ski-Gesamtweltcupsieger. „Es ist beeindruckend, wenn man sich vorstellt, dass die Jungs mit 300 km/h ohne viele Protektoren oder Schützer fahren. Es sind Teufelskerle und das ist die Faszination.“ Nachvollziehen könne man das selbst als Motorradfahrer nicht wirklich: „Man möchte es nur gerne“, sagte Hirscher.

Lanzinger ist im Gegensatz zu Hirscher schon das siebente oder achte Mal bei der MotoGP, aber das erste Mal in Österreich. „Ich habe sonst schon in allen europäischen Ländern dabei sein dürfen. Es ist immer wieder ein riesengroßes Erlebnis. Ich bin seit meiner Kindheit ein großer Fan und fahre selbst auf Rennstrecken. Vor einer Woche habe ich am Ring den Jungs einen Strich vorgezogen, zwar um einiges langsamer, aber es macht trotzdem großen Spaß.“ Es sei unglaublich zu sehen, was „diese Akrobaten hier bewerkstelligen“.

Der ehemalige Weltcup-Skirennläufer hatte auch den Campingplatz besucht: „Es ist eine Euphorie und eine Stimmung da. Bei der MotoGP kann man den Sport selbst noch erleben, es ist noch ein Feeling da. Das spürt man einfach und darum ist auch die Begeisterung bei uns in Österreich, obwohl sie lange nicht da war, so groß.“

Im Comeback-Jahr sei ein „Neuigkeitseffekt“, weshalb es so voll sei. Dennoch werde auch im kommenden Jahr der Andrang noch sehr groß bleiben - vielleicht etwas weniger, aber es werde konstant auf hohem Niveau bleiben, zeigte sich Lanzinger überzeugt.

Ex-Skirennläufer Hans Knauß gestand: „Ich bin schwer verseucht was Zweiräder betrifft. Seit meinem 13. Lebensjahr bin ich immer damit unterwegs.“ Er habe am Vormittag den Sturz von Jack Miller live gesehen und meinte: „Diese Typen sind alle schmerzbefreit.“

Er habe selten soviel Adrenalin gespürt - nur beim Zuschauen. Bei der Formel 1 sei der Lärm weniger: „Die MotoGP ist so unfassbar laut und schnell. Die wackeln aus der Kurve heraus und man sieht die Probleme mit dem Grip. Es lebt einfach noch mehr als auf vier Rädern.“

Knauß hatte in der Zeit, als er noch Ski gefahren ist, auch das Motorradfahren am Ring probiert: „Aber mich hat es gleich mal von meinen zwei Radeln runtergefischt. Ich habe dann beschlossen, es ist zu gefährlich neben dem Skifahren. Seither cruise ich ein wenig mit meiner Enduro auf den Straßen herum. Aber es ist schon ein extremer Reiz, wenn man das so anschaut. Also irgendwann muss ich wieder einmal auf einem Ring ein paar Runden ziehen.“

Andreas Goldberger war am Sonntag als Co-Pilot von Thomas Morgenstern mit dem Hubschrauber am Ring eingeflogen. „Es war ein Spaß, ein toller Tag zum Fliegen: Kein Wind, kein Stau“, meinte Morgenstern. „Die Streckenbesichtigung von der Luft aus hat kein Fahrer gehabt. Es war sensationell“, bestätigte Goldberger.

Morgenstern meinte, eher weniger mit dem Zweiradsport verbandelt zu sein. Er sei schön anzuschauen, aber ansonsten sei er bei seiner Vespa geblieben - aus Sicherheitsgründen: „Ich glaube ich wäre einer, der etwas zu viel Gas geben würde.“

Goldberger war schon als Kind auch am Salzburg-Ring bei den Motorradrennen dabei gewesen und ein großer Fan: „Für mich ist es ein Muss hier zu sein, wenn die MotoGP zurück in Österreich ist.“ Es sei toll anzusehen, was die Fahrer mit ihren Motorrädern aufführen und mit welcher Kraft.

Dennoch ist für Goldberger das Selberfahren auch nie infrage gekommen: „Ich habe es einmal probiert, aber meine Vernunft hat doch gesiegt und mir gesagt: Aus Selbstschutz, mach‘ das nicht. Ich habe auch nie den Motorradführerschein gemacht. Ich fahre nur bis 125 ccm.“

Sänger Andreas Gabalier ist am Sonntag ebenfalls zur MotoGP gekommen und zwar mit einer Ducati über das Gaberl. Er sagte, er fahre seit 13 Jahren Motorrad.