Salzburger Festspiele: Erfolg für „Der Ignorant und der Wahnsinnige“
Salzburg (APA) - Vor 44 Jahren wurde „Der Ignorant und der Wahnsinnige“ bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt und nach einer Vorstellu...
Salzburg (APA) - Vor 44 Jahren wurde „Der Ignorant und der Wahnsinnige“ bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt und nach einer Vorstellung wieder abgesetzt. 1972 verweigerte man der Inszenierung absolute Dunkelheit am Ende des Stücks. Dieser „Notlichskandal“ ist ausgestanden, der Neuinszenierung droht dieses Schicksal nicht. Bernhards genial-destruktiver Text wurde am Sonntagabend zum Festspiel-Erfolg.
Die damals so umstrittenen, grün leuchtenden Notlichter waren bei der Premiere heute Abend im Landestheater entsprechend der Regieanweisung des Autors kurz ausgeschaltet. Mit dem Publikumserfolg dürfte das aber wenig zu tun haben. Denn der geht vor allem auf das Konto von Sven-Eric Bechtolf. Der Schauspieler, Regisseur und Intendant der Salzburger Festspiele hat den von egozentrischem Ekel geprägten Text von Zeile zu Zeile besser gestemmt und sich als „Doktor“ in einen Sog detailverliebter Schilderungen über das Öffnen von Leichen oder die Dummheit des Kulturbetriebes hinein gesteigert. Großes Theater, das in seiner drastischen Borniertheit und „wahnsinnigen Ignoranz“ kaum zu verkraften war.
Annett Renneberg war als „Königin der Nacht“ auf der Bühne präsent, elegant und sogar witzig. In ihrer sprachlichen Kultiviertheit konnte sie aber mit Bechtolf nicht mithalten. Die Inszenierung von Gerd Heinz wirkte sachlich und dem Stück dienlich, ohne sich spektakulär in den Vordergrund zu drängen - gutes, seriöses Regie-Handwerk, vor allem in der Personenführung. Licht, Kostüme und Bühne funktionierten ebenso wie die Produktion als Ganzes. Großer, berechtigter Applaus.
(A V I S O - Morgen, Montag, wir die APA ausführlich von der letzten großen Theater-Premiere des Salzburger Festspielsommers und der Ära der Intendanz Bechtolf berichten.)
Kommentare