Bangladesch meldet Tötung von Drahtzieher des Cafe-Anschlags

Die Polizei hatte das Versteck des mutmaßlichen Drahtziehers gestürmt. Dabei ist es zu einem einstündigen Feuergefecht gekommen.

© APA (AFP)

Bangladesch – Die Polizei in Bangladesch hat vier Islamisten erschossen, darunter vermutlich den mutmaßlichen Drahtzieher des Blutbads in einem bei Ausländern beliebten Cafe Anfang Juli. Der Kanado-Bangladescher Tamim Chowdhury soll hinter dem Angriff auf das Cafe gestanden sein, bei dem 20 zumeist ausländische Geiseln und zwei Polizisten getötet worden waren.

Beamte hatten am Samstag in einem Vorort der Hauptstadt Dhaka ein Versteck der Islamisten gestürmt. Dabei sei es zu einem einstündigen Feuergefecht mit Chowdhury und seinen Mitstreitern gekommen, teilte die Polizei mit. Bei der Razzia kamen alle vier Verdächtigen ums Leben. Der Chef von Bangladeschs Polizei sagte danach, man sei sich bei Einsatzbeginn zu „99 Prozent sicher“ gewesen, dass Chowdhury in dem umstellten Versteck sei.

Chowdhury war 2013 aus Kanada nach Bangladesch zurückgekommen. Er galt danach als Anführer der Islamistengruppe Jamayetul Mujahideen Bangladesh (JMB). Die JMB wird von den Behörden für den Angriff auf das Cafe „Holey Artisan Bakery“ in Dhaka verantwortlich gemacht, bei dem am 1. Juli 20 Ausländer und zwei Polizisten getötet worden waren.

Bewaffnete hatten das Cafe überfallen und dutzende Menschen elf Stunden lang festgehalten. Spezialkommandos beendeten die Geiselnahme am nächsten Morgen gewaltsam und töteten dabei sechs Angreifer. Zu den getöteten Geiseln zählten neun Italiener sowie sieben Japaner und ein US-Bürger.

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Zu dem Angriff bekannte sich die Extremistenmiliz Islamischer Staat. Die Regierung erklärte damals, bei den Tätern handle es sich nicht um ausländische Extremisten, sondern um Angehörige einheimischer Terrorgruppen. (APA)


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