Report: CETA - Gefahr für Bauern in Europa und Kanada
Ein am Dienstag veröffentlichter Report soll zeigen, dass Importe unter schlechten Tierschutzbestimmungen die heimischen Bauern unter Druck setzen.
Wien, Ottawa – Der am Dienstag veröffentlichte Report „CETA: Eine Gefahr für die Nahrungsmittelsicherheit in Europa“ soll, so die Initatoren, die negativen Folgen von Freihandelsabkommen und Export-Orientierung für bäuerliche Landwirtschaft und hohe Lebensmittelstandards belegen.
Die Studie der kanadischen NGO „Council of Canadians“ und eines transatlantischen NGO-Netzwerks unter Teilnahme von GLOBAL 2000 und ÖBV Via Campesina Österreich sieht gravierende und bedenkliche Unterschiede im Bereich der Lebensmittelgesetze zwischen Europa und Kanada – insbesondere in so sensiblen Bereichen wie Gentechnik, Lebensmittelkennzeichnung oder der in Kanada nur zwiespältigen Anwendung des Vorsorgeprinzips. Der Bericht hebt hier besonders den Bereich der Pestizide hervor. Auf bundesstaatlicher Ebene sehe zudem die kanadische Regierung keinerlei Strafen für die Nichteinhaltung der - ohnehin nur freiwilligen - Tierschutzcodices vor.
„Unter CETA werden die Scheunentore für hohe Rind- und Schweinefleischimporte aus Kanade in die EU geöffnet. Insbesondere unsere kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betriebe werden das Nachsehen haben, wenn sie mit Billigimporten konkurrieren, die unter inhumanen und umweltschädigenden Bedingungen hergestellt wurden.“ so Leonore Gewessler, Geschäftsführerin von GLOBAL 2000. Dass CETA auch ein kurzes, aber umso aussagekräftigeres Kapitel zu Gentechnik enthält, zeige den Erfolg der Agroindustrielobby bei den Verhandlungen. Einfacher und mehr Gentechnik nach Europa exportieren zu können, sei das erklärte Ziel. Die österreichische Bundesregierung müsse sich daher klar gegen die Unterzeichnung von CETA seitens Österreich aussprechen, so Gewessler.
Studie:
www.global2000.at/presse/report-ceta-gefahr-für-bäuerliche-landwirtschaft-kanada-und-europa
Die Auswirkungen von CETA würden sich in Europa ebenso dramatisch zeigen wie in Kanada – der Strukturwandel in der Landwirtschaft würd weiter voranschreiten und Wachsen oder weichen kann nicht die Zukunft der Landwirtschaft sein. (TT.com)