Wirtschaftspolitik

Österreich gibt bei E-Autos Gas

Der Verkehrsminister plant ein ­E-Mobilitätspaket.Foto: BMVIT/Zinner
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Kaufanreize und flächendeckende Infrastruktur: Verkehrsminister Leichtfried kündigt ein Paket zur Förderung von Elektromobilität an.

Oslo –Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) will für Österreich bis zum Jahr 2020 eine „funktionierende und flächendeckende Infrastruktur“ zur Versorgung von Elektroautos bereitstellen. Dafür plant er bis Ende Herbst ein Paket zur Ankurbelung von Elektro-Mobilität. Dieses soll sowohl Kaufanreize „im vernünftigen Rahmen“ als auch eine österreichweite Basis-Infrastruktur an Ladestationen beinhalten. Die Kernpunkte des Pakets seien „noch in Ausarbeitung“.

„Wir sehen uns viele Best-Practice-Beispiele an, um zu lernen und ein effizientes und weniger fehleranfälliges Paket zu gestalten“, sagte Leichtfried im Rahmen einer Pressereise nach Skandinavien. „E-Mobilität muss zuverlässig und alltagstauglich sein“, betonte der Minister in Norwegen. Für eine Ankurbelung der E-Mobilität in Österreich brauche es „einen nationalen Konsens“ und „keine Änderung der Politik alle paar Jahre“. Außerdem sei diese Form der Mobilität „die umweltfreundlichste und beste zur Verfügung stehende Möglichkeit“.

Norwegen gilt als Vorreiterland der Elektro-Mobilität. E-Autos machen hier mittlerweile rund drei Prozent aller Fahrzeuge aus – mehr als 100.000 sind auf den norwegischen Straßen unterwegs. Erreicht wurde das durch üppige Steuervorteile und Privilegien im Straßenverkehr – etwa die Benützung der Busspur oder kostenloses Parken. In Österreich sind hingegen lediglich 0,2 Prozent des Gesamtbestands E-Autos, in Summe weniger als 10.000.

Heimische Automobil- und Verkehrsclubs stehen direkten finanziellen Anreizen ablehnend gegenüber – die TT berichtete. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) etwa verweist auf Deutschland. Dort gibt es bereits eine Kaufprämie, jedoch kommt der ­E-Auto-Markt trotzdem nicht in Schwung. (APA, TT)