Jaguar F-Type: Mit geschärften Krallen

Jaguar setzt der F-Type-Baureihe mit dem SVR eine 575 PS starke Leistungskrone auf. Coupé und Cabriolet schaffen damit bis zu 322 km/h.

Mit 550 PS lässt es sich gut flitzen: Den F-Type SVR Convertible gibt es ab 185.300 Euro.Foto: Werk

Von Beatrix Keckeis-Hiller

Spielberg –Als Jaguar 2013 mit dem F-Type herausrückte, war die Verbindung zur automobilen Historie der Großkatzen-Marke endgültig wieder hergestellt. Im ersten Jahr als Convertible, im zweiten Jahr erst recht als Coupé knüpfte der zweisitzige Brite überzeugend an das Erbe des legendären E-Type an, alleine schon mit einem der schönsten Popos, die in der Sportlerwelt derzeit anzutreffen sind. Gesteigert hat sich seither nicht nur die Akzeptanz des Faktums, dass die Briten unter indischer Finanzierungsführung echte Jaguars kreieren, sondern auch die Performance des F-Type. Bis vor Kurzem markierte der R mit heckbetont ausgelegtem Allradantrieb die Leistungsspitze, mit 550 PS aus dem Fünfliter-V8-Benziner mit Kompressor-Aufladung. Doch wurde er inzwischen in die Special Vehicle Operations-Abteilung der Jaguar-LandRover-Gruppe geschickt, die bereits mit dem Range Rover Sport SVR ein überzeugendes Hochleistungsstatement mit 550 PS auf die Räder gestellt hatte.

Der F-Type ist der erste Jaguar, der von den Performance-Technikern behandelt wurde. Einen Vorgeschmack hatte man mit dem „Project 7“ geliefert. Das Resultat wurde umgesetzt in der SVR-Version des Katzen-Flachmanns, mit jenem Leistungslevel, das den Prototypen kennzeichnet: mit 25 Mehr-PS gegenüber dem R, also mit 575 Pferdestärken. Als solcher feierte er heuer seine Show-Premiere beim Genfer Autosalon im vergangenen Frühjahr. Seinen Österreich-Marktstart absolvierte er im heurigen Sommer.

Mit der Leistungssteigerung des Antriebs alleine ist es natürlich nicht getan. Das Performance-Gesamtpaket beinhaltet eine Gewichtsreduktion, eine Aerodynamik-Perfektion von der Front bis zum Unterboden und – neben einer Reihe weiterer Details – eine Titan-Auspuffanlage. Wie beim R gehört auch beim SVR Allradantrieb dazu, selbstredend heckbetont ausgelegt.

Bei aller Performance-Ausrichtung betont Jaguar, dass es sich beim neuen Top-F-Type nicht um einen Rundstrecken-Typen handelt, sondern um einen nach wie vor alltagstauglichen Sportwagen mit zugespitztem Leistungscharakter. Der SVR soll ein „Allwetter-Supercar“ sein. Die geeignetste aller geeigneten Gelegenheiten, dem auf den Grund zu gehen, eröffnete sich im Rahmen des Jaguar Track Day auf dem Red-Bull-Ring bei Spielberg Anfang September. Nach einer Periode hochsommerlichen Wetters zog just am Veranstaltungstag eine Regenfront über das Murtal und sorgte auf der Rennstrecke für anhaltend feuchte Verhältnisse. Das war einerseits schade, weil es kaum möglich war, die Krallen der Katze bis zum Anschlag ausfahren zu lassen. Doch andererseits bewies der leistungsgepushte F-Type – als Cabrio und als Coupé –, dass er in einem Land erdacht und gemacht wurde, in dem feuchte Wetterverhältnisse zum Alltag gehören: Das Performance-Gesamtpaket erweckt schnell Vertrauen in die nochmals gesteigerten Spurt-, Lenk-, Spurtreue- und Bremstalente. Es macht nicht nervös, solange man nicht grobmotorisch und unsensibel mit dem Briten hantiert. Und spätestens nach zwei Runden auf dem Rennkurs stellt man fest, dass der SVR auch bei Vollgas-unfreundlichen Verhältnissen Riesenfreude macht. Nach fünf weiteren Runden ist man sehr traurig, dass das Fahr-Fest vorerst zu Ende ist. Die anderen wollen ja auch einmal fahren.

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Der Jaguar F-Type SVR kostet ab 176.400 Euro als Coupé und ab 185.300 Euro als Convertible.


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