Physiotherm verlagert Logistik teils nach Sachsen

Der Tiroler Infrarotkabinen-Hersteller stellt Produktion und Logistik um und will gleichzeitig „optimieren“ und expandieren. Ein größerer Jobabbau sei nicht geplant.

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Physiotherm-Chef Josef Gunsch will mit Infrarot-Duschen wachsen.
© Physiotherm

Von Nina Werlberger

Thaur –Der Infrarotkabinen-Hersteller Physiotherm baut Logistik und Produktion um. Der für die Firma inzwischen größte Markt Deutschland soll ab 2017 direkt vom deutschen Produktionswerk aus beliefert werden. Derzeit machen die in Sachsen hergestellten Kabine­n einen Lieferumweg über die Zentrale in Thaur. Das hab­e weder wirtschaftlich noch ökologisch Sinn, erklärte Geschäftsführer Josef Gunsch im TT-Gespräch. Außerdem will er die Wärmekabinen und Co. künftig auftragsbezogen fertigen anstatt fürs Lager.

Die Logistik soll deswegen in den kommenden sechs bis acht Monaten umgebaut werde­n. Gerüchte, wonach wegen der Änderungen bis zu 50 Jobs von Tirol nach Ostdeutschland verlagert werden könnten, wies Gunsch zurück. „Das wird sicher nicht in dieser Größenordnung sein.“ In Thaur könnten möglicherweis­e fünf von zehn Logistik-Jobs wegfallen. Für diese Mitarbeiter werde man sich aber um neue Einsatzfelder bemühen. Der Kernvertrieb der Gruppe bleibe in Tirol. Hier konzentriere man auch Forschung und Entwicklung. In Thaur werden aktuell 74 Mitarbeiter beschäftigt, im deutschen Treuen sind es 62 Köpfe (Gruppe: 250).

Nach der Übernahme des angeschlagenen Glasduschen-Herstellers Neher 2013 hatte Gunsch der Firma ein Spar­programm verordnet. Unter der Marke werden seit einem Jahr in Sachsen Infrarot-Duschen gebaut, von denen er sich viel Wachstum verspricht. 2017 soll die Tochter die Verlustzone verlassen und mit Physiotherm verschmelzen.

2014/15 habe die Physiotherm-Gruppe 30 Mio. Euro Umsatz erwirtschaftet, unterm Strich sei ein positives Ergebnis gestanden, sagte Gunsch. Zwei Drittel des Geschäfts entfallen auf die Physiotherm Gmbh. Deren Umsatzerlöse sanken (wie bereits im Jahr zuvor) um rund 3 % auf etwa 20,8 Mio. Euro. Rückgänge in Österreich wolle man in Deutschland kompensieren. Im laufenden Geschäftsjahr peilt er in der Gruppe ein Plus von 2 bis 3 % an. „Wir sind in einer Optimierungsphase. Aber ich bin kein Sparefroh. Wir sind auf Expansion ausgerichtet“, betonte Gunsch. In den nächsten fünf Jahren sollen fünf neue Märkt­e erschlossen werden. Mittelfristig werde man die 70-Millionen-­Marke anpeilen. Heuer sollen etwa 6000 bis 7000 Wärme­kabinen hergestellt werden.

Im Frühling hatte Firmengründer Luis Schwarzenberger alle seine Anteile an Gunsch und drei neue Miteigentümer verkauft, darunter Steuerberater Wilfried Stauder und PR-Unternehmer Georg Hofherr (P8). Dass er mit Schwarzenberger nicht im Guten auseinandergegangen sein soll, kommentierte Gunsch knapp: Man habe sich auseinandergelebt. Das Unternehmen verlassen haben zuletzt auch der Marketingchef sowie der kaufmännische Leiter. Jetzt stehe Stauder der Firma als „Coach“ bei Finanzangelegenheiten zur Seit­e, P8 beim Marketing.

Apropos Marketing: Hier arbeitet seine Firma auch für den FC Wacker, wie Vereinsobmann Gunsch bestätigte. „Gewollt ist das nicht, aber es ist ein Must. Es ist anders nicht möglich.“


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