Hart im Nehmen, aber mit der Liebe zur Sache

Beim Tiroler Football-Cup in Imst siegten die Raiders II. Das wurde beim Klassentreffen der Football-Enthusiasten aber fast zur Nebensache.

Das zweite Team der Swarco Raiders (weiß) sicherte sich schlussendlich den Titel beim Tiroler Football-Cup in Imst.
© Zangerl

Von Adrian Stöckl

Imst – Ein angetäuschter Pass, ein Lauf, ein Hechtsprung und „Bumm“. Es raschelt kräftig im Gebälk beim sechsten Tiroler Football-Cup in der Velly-Arena in Imst. Raiders-Nachwuchs-Quarterback Rene Hörtnagl setzt im Halbfinalspiel gegen die Telfs Patriots zum Sprung in die Endzone an und erreichte diese gerade noch. Touchdown. Gerade noch, weil nur einen Wimpernschlag später ein Telfer Defensive Back so hart (aber fair) checkt.

Das Raunen auf der Tribüne ist deutlich vernehmbar, ebenso wie der Applaus für Hörtnagl. Szenen, die im harten Football-Sport normal sind. Die Männer, die dem eierförmigen Ball hinterherjagen, sind eben hart im Nehmen.

Bei Neuling Wörgl sah Coach Rogelio de la Rosa noch Verbesserungspotenzial.
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Und zwar alle. Neben dem Neuling, den Wörgl Warriors (Division 4), ringen mit Titelverteidiger Schwaz Hammers (Division 2) und dem Swarco Raiders Junior Variety Team (Division 1) auch die Telfs Patriots (Division 2) um die Vorherrschaft in der Football-Szene. Am Ende setzen sich die favorisierten Jungspunde der Swarco Raiders durch einen 12:7-Erfolg gegen die Schwaz Hammers die Tiroler Footballkrone auf.

Einen „Pflichttermin“ nennt Swarco-Raiders-Headcoach Shuan Fatah den alljährlichen Tirol-Cup. „Es ist eine gute Möglichkeit, um den Tiroler Footballsport nach vorne zu bringen“, weiß der gebürtige Berliner, der mit Frau und Kind den Footballnachmittag genießt.

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Dabei stechen dem Raiders-Mastermind neben den hauseigenen Jungen vor allem die Telfer ins Auge. „Da geht viel weiter. Sie sind taktisch gut aufgestellt“, analysiert Fatah lobend, um im nächsten Moment wieder einige Hände zu schütteln. Man kennt ihn, den Meistertrainer. Aber auch Neuling Wörgl sei gut dabei, sagt Fatah, nachdem er genug Hände geschüttelt hat. „Obwohl sie noch so jung sind. Man sieht, dass sie mit einem Konzept spielen“, fährt er fort. Jede neue Tiroler Mannschaft sei eine Bereicherung. Nicht mit dabei waren diesmal übrigens die Hall Red Lions. Sie mussten das Turnier wegen Spielermangel absagen.

Trotzdem: Man merkt, die Tiroler Football-Szene ist in Bewegung. Und zwar in die richtige Richtung. Dass an diesem sonnigen Samstag im Oberland fast nur Tiroler am Feld stehen, unterstreicht den Qualitätssprung. Lediglich die Schwaz Hammers haben mit Running-Back Michael Wilson einen amerikanischen College-Import in ihren Reihen.

Im Zentrum des Tirol-Cups steht eben nicht nur der sportliche Erfolg. Eher ist es ein ständiger Austausch der Tiroler Football-Enthusiasten. Man könne sich hier weiterentwickeln und neue Ideen sammeln, geben alle Funktionäre unisono zu Protokoll. Manche, wie der Präsident der Telfs Patriots, David Marian­i, oder dessen Trainer Nick Kleinhansl, stehen sogar selbst am Spielfeld. Die Liebe zum „Eierlaberl“ ist eben eine unbändige.


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