Polnische Automafia schlug im Zillertal zu

Von Reinhard Fellner...

Vom Zillertaler Autohaus direkt nach Polen: Die beiden Lkw-Fahrer sollten BMW-Felgensätze für 250.000 Euro über die Grenze bringen.
© Rottensteiner

Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Wie weit der Arm der osteuropäischen Auto­mafia reicht, zeigte gestern ein Einbrecherprozess am Landesgericht. Angeklagt waren zwei Polen als Mitglieder einer kriminellen Vereinigung. Sie waren im Juli kurzfristig kontaktiert worden, ob sie nicht an einem Einbruchsdiebstahl in Österreich teilnehmen wollten. Ziel: das BMW-Autohaus Innerbichler im Zillertal. Erwünschte Beute: Kompletträder um rund eine Viertelmillion Euro.

Der 25-jährige Erstangeklagte hatte genau für dieselbe Autobande schon einmal so einen Einbruch geliefert – und war ebenso erwischt worden.

Banden, die beispielsweise am Gardasee bestimmte Automodelle sogar nach Wunschfarbe aufspüren und entwenden, überlassen bei so einer Operation natürlich nichts dem Zufall. So bekamen die Angeklagten je einen Lkw mitsamt Navi zur Verfügung gestellt. Als die Lkw schließlich in Ramsau eintrafen, warteten schon separat angereiste Komplizen, um Einbruch und Verladetätigkeiten durchzuführen. Laut Zeuge Klaus Innerbichler hatten die Bandenmitglieder rund 80 Felgensätze aus den Lagern geräumt. 24 mussten sie aufgestapelt zurücklassen. 26 der Sätze wurden jedoch nie mehr aufgefunden, obwohl die zwei Angeklagten noch in Oberösterreich an der tschechischen Grenze festgenommen wurden. Ein weiterer Lkw war wohl noch im Spiel. 15 und 12 Monate Gefängnis sind bereits rechtskräftig.

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