Mordfall Ingrid Sutter: Freispruch für Vater und Sohn

Heute wurde der spektakuläre Prozess gegen einen 61-Jährigen und seinen 30-jährigen Sohn um die Ermordung der Innsbruckerin Ingrid Sutter im Jahr 2007 fortgesetzt. Das Urteil fiel am frühen Abend.

Der Vater und sein Sohn bestreiten, für den Tod von Ingrid Sutter verantwortlich zu sein.
© TT/Thomas Böhm

Innsbruck – Der Prozess wegen Mordes gegen einen 61-jährigen Tiroler und dessen Sohn im Fall der 2007 getöteten Pensionistin Ingrid Sutter endete am Freitag am Landesgericht Innsbruck mit einem sensationellen Freispruch für die beiden Angeklagten. Die Geschworenen stimmten 4:4. Bei Gleichstand wird zu Gunsten der Angeklagten entschieden. Die Urteile sind bereits rechtskräftig, die Staatsanwältin meldete Rechtsmittelverzicht an.

Ein derartiges Abstimmungsverhältnis ist in Österreich derartig selten, dass es der Vorsitzende des Schwurgerichts, Josef Geisler, in seiner 35-jährigen Tätigkeit als Richter noch nie untergekommen ist.

DNA-Spuren der beiden gefunden

Die beiden Angeklagten bekannten sich beim Prozessauftakt am 24. August vor Richter Geisler nicht schuldig. Die Verhandlung musste damals vertagt werden, weil mehrere Zeugen nicht erschienen waren.

Die Staatsanwaltschaft warf dem 61-Jährigen und seinem 30-jährigen Sohn vor, die 68-jährige Pensionistin in ihrer Wohnung mit einem Polster erstickt zu haben. Sowohl die DNA des Vaters als auch die des Sohnes waren laut Staatsanwaltschaft in der Wohnung und im Auto des Opfers gefunden worden. Der 61-Jährige erklärte sich die Spuren durch Handwerksarbeiten, die er gemeinsam mit seinem Sohn in der Wohnung des Opfers durchgeführt hatte.

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Zeugenaussagen und Gutachten

Bereits Freitagvormittag konnten die Einvernahmen von den 2007 mit dem Fall beschäftigten Polizisten beendet werden. Ein Spurenermittler musste auf Antrag der Verteidigung nun jedoch noch alle sichergestellten Schuhprofile in den Gerichtssaal nachbringen, um nochmals genau die Lage und Position der Abdrücke darlegen zu können. Weiters ist die Einvernahme jener zwei Personen, die die Pensionistin tot aufgefunden hatten, und jener Mann, der mit Sutter zuletzt gesprochen hatte, ohne weitere Abweichungen zu bisherigen Aussagen im Protokoll abgelaufen.

Die Ermittler hatten an die 90 DNA-Fragmente in der Wohnung und im Auto der Pensionistin sicher gestellt. Die Spuren lieferten jedoch zunächst keinen Treffer. Erst nachdem der Erstangeklagte gemeinsam mit seinem Sohn 2014 einen Geldtransporter überfallen hatte und deswegen festgenommen worden war, habe man den beiden einige der gefundenen Spuren zuordnen können.

„Haben mit dem Mord nichts zu tun“

Die Geschworenen zogen sich am Freitagnachmittag zur Beratung zurück. Während Staatsanwältin Adelheid Steiner die beiden Angeklagten durch ein DNA-Gutachten belastet sieht, meinte deren Verteidiger Markus Abwerzger in seinem Schlussplädoyer, dass das Beweisverfahren „nichts ergeben“ hätte. Beide Angeklagte versuchten in ihrem Schlusswort noch einmal auf die Geschworenen einzuwirken. „Wir haben mit dem Mord nichts zu tun“, sagten sie unisono zu den acht Laienrichtern. (TT.com/fell)


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