Papst wirft Frankreich Verbreitung von Gendertheorie in Schulen vor

Vatikanstadt (APA/AFP) - Auf der Rückreise von einem Besuch im Kaukasus hat Papst Franziskus Frankreich die Verbreitung der Gendertheorie in...

Vatikanstadt (APA/AFP) - Auf der Rückreise von einem Besuch im Kaukasus hat Papst Franziskus Frankreich die Verbreitung der Gendertheorie in den Schulen vorgeworfen. Das katholische Kirchenoberhaupt sagte am Sonntag vor Journalisten im Flugzeug nach Rom, französische Schulbücher würden eine „hinterlistige Indoktrinierung mit der Gendertheorie“ betreiben.

Homosexuell zu sein oder sein Geschlecht zu ändern sei „eine Sache“, „ein Unterricht auf dieser Linie“ sei jedoch etwas anderes, betonte Franziskus. Er berichtete von einem katholischen Vater, der ihm erzählt habe, dass sein zehnjähriger Sohn eines Tages auf die Frage, was er später einmal werden wolle, geantwortet habe: „Ein Mädchen.“

„Dem Vater wurde so klar, dass in den Schulbüchern weiterhin die Gendertheorie unterrichtet wird, obwohl diese gegen die natürliche Ordnung ist“, kritisierte der Papst. Er warf den Schulen in Frankreich den Willen zur „Änderung der Mentalitäten“ und eine „ideologische Kolonisierung“ vor.

Bereits bei seinem Besuch in der georgischen Hauptstadt Tiflis hatte der Papst am Samstag die „Gendertheorie“ verurteilt, die Teil eines „weltweiten Kriegs zur Zerstörung der Ehe“ sei. Zugleich bekräftigte Franziskus bei dem Gespräch im Flugzeug, die Kirche dürfe Homosexuelle und Transsexuelle nicht zurückweisen. Er selbst habe einen Spanier empfangen, der sich einer Geschlechtsoperation unterzogen hatte, um ein Mann zu werden. Man müsse „die Dinge nehmen, wie sie sind“, sagte der Papst.

Das katholische Kirchenoberhaupt hatte die Südkaukasus-Staaten Georgien und Aserbaidschan besucht - drei Monate nach einer Reise nach Armenien. In Georgien gibt es nur 2,5 Prozent Katholiken, die große Mehrheit gehört der georgisch-orthodoxen Kirche an. In Aserbaidschan gibt es sogar nur 570 Katholiken und eine einzige Gemeinde mit sieben Priestern. Anders als in großen katholischen Ländern war der Empfang des Papstes in Tiflis und Baku daher eher verhalten.