Tirol

Nur noch ein Lehrer für fünf verschiedene Schulformen

© Uni Innsbruck/Flatz

Die gemeinsame Lehrerausbildung ist seit gestern Realität. Unterrichten werden die Pädagogen in sechs Jahren aber an unterschiedlichen Schulen.

Innsbruck, Stams, Feldkirch –Mit einer grenzüberschreitenden Vorlesung hat gestern eine neue Ära der Lehrerausbildung begonnen. Wenn die 400 Studienanfänger von Innsbruck, Stams und Feldkirch in sechs Jahren als Master die Hochschulen verlassen, können sie an allen Schultypen der Sekundarstufe Allgemeinbildung unterrichten: also an den Neuen Mittelschulen ebenso wie an den Gymnasien, den mittleren und höheren berufsbildenden sowie den Polytechnischen Schulen. Die Trennung zwischen einem Lehramtsstudium an einer Uni- und an einer päda­gogischen Hochschule (PH) gibt es nicht mehr.

Für die neue Ausbildung zugelassen werden nach einem Aufnahmeverfahren alle angehenden Lehrer für Vorarlberg, Tirol und Südtirol an der Uni Innsbruck, eingeschrieben sind sie dann aber auch an den pädagogischen Hochschulen in Innsbruck, Stams und Feldkirch sowie am Innsbrucker Department des Mozarteums. Und sie können an all diesen Einrichtungen auch studieren.

Geplant sind in Zukunft aber auch Ergänzungsstudien für Quereinsteiger. Damit kann beispielsweise jemand, der Chemie im Vollstudium absolviert hat, nachträglich zusätzlich die Lehrbefähigung erlangen. Das komme vor allem dann zum Tragen, wenn in bestimmten Fächern Lehrermangel auftrete, erklärt der Rektor der PH Tirol, Thomas Schöpf.

Und mit Engpässen in bestimmten Fächern müsse in den kommenden vier bis fünf Jahren durchaus gerechnet werden. Nicht nur, weil durch die nun sechs Jahre dauernde Ausbildung für alle ein Lehrer-Jahrgang ausfallen wird und zudem eine Pensionierungswelle ansteht. Auch die Zahl der Lehramtsstudierenden ist in den vergangenen zwei Jahren österreichweit zurückgegangen, sagen die Hochschulverantwortlichen. Was auch an den schon bestehenden Hürden des Aufnahmeverfahrens bzw. der Einführungsphasen gelegen habe, an denen rund 15 Prozent der Interessenten scheitern. (sta)