Franz Patay: „Man muss nicht gleich alles ändern“

Wien (APA) - Franz Patay ist als Nachfolger von Thomas Drozda (SPÖ) neuer Geschäftsführer der Vereinigten Bühnen Wien (VBW). In einem ersten...

Wien (APA) - Franz Patay ist als Nachfolger von Thomas Drozda (SPÖ) neuer Geschäftsführer der Vereinigten Bühnen Wien (VBW). In einem ersten Gespräch berichtet der 55-jährige Kulturmanager über seine Sicht auf das Budget des Unternehmens, die Frage, ob man die Leitung der Opern- und Musicalsparte zusammenlegen soll und den möglichen Umbau des Raimund Theaters.

APA: Was werden die ersten großen Aufgaben in Ihrer neuen Funktion sein?

Franz Patay: Auf der einen Seite werden die Budgets nicht größer, wie wir wissen. Da ist die Herausforderung, das Unternehmen weiterhin auf dem hohen Qualitätsniveau zu führen. Meine Aufgabe wird sein, mich hier einzuarbeiten. Da werde ich mich als erstes mit den Finanzverantwortlichen zusammensetzen.

APA: Wie sehen Sie die VBW derzeit budgetär aufgestellt?

Patay: Derzeit kenne ich natürlich nur die veröffentlichten Zahlen. Aber das betrifft selbstredend die Vergangenheit. Grundsätzlich muss man mit den Mitteln, die man hat, arbeiten. Ich sehe das eher pragmatisch.

APA: Wie sehr möchten Sie sich in die künstlerischen Belange des Unternehmens einbringen?

Patay: Ich bin als Geschäftsführer die ausgleichende Positionen zwischen den beiden Genres Oper und Musical. In beiden Bereichen gibt es da derzeit nur Gutes zu berichten. Es ist sicher meine Aufgabe, diese hohe Qualität auch in der Zukunft zu gewährleisten.

APA: Wie stehen Sie dazu, die beiden Intendanten-Positionen des Theaters an der Wien und der Musicalsparte im Zuge der Neuausschreibung ab 2020 zu vereinen?

Patay: Ich sehe aus heutiger Sicht keinen Grund das zu ändern. Man muss nicht gleich alles ändern, nur weil man eine Position neu übernimmt. Um einen englischsprachigen Spruch zu bemühen: If it‘s not broken, don‘t fix it. Die Zahl derer, die beide Genres bespielen können, ist doch eine begrenzte. Wenn sich bei einer Ausschreibung Personen bewerben, bei denen dies so ist, ist es gut. Wenn nicht, muss man bei der jetzigen Struktur bleiben. Jetzt dazu eine finale Aussage zu treffen, ist zu früh. Die Entscheidung drängt jetzt aber auch nicht. Es ist nicht so, dass wir am offenen Herzen operieren.

APA: Wie drängend ist die Frage der baulichen Umbauarbeiten des Raimund Theaters?

Patay: Mit rund 1.200 Sitzplätzen kann man nur einen gewissen Kartenverkaufserlös generieren. Insofern ist es eine legitime Frage, wie man diesen steigern kann. Man muss sich konkret durchrechnen, was eine Erweiterung kostet und was sie im Nachhinein bringt. Dazu habe ich noch zu wenig Informationen.

APA: Sie werden bis Anfang 2017 auch Ihre Position als Rektor der Privatuniversität der Stadt Wien parallel beibehalten. Steht da nicht der Burn-out ins Haus?

Patay: Ich bin da guter Dinge. Es ist ja nicht so, dass ich die Aufgaben, die ich habe, ungern mache. Insofern ist der Burn-out kein Thema.

(Das Gespräch führte Martin Fichter-Wöß/APA)