Wiener Biotech-Unternehmen vergab Lizenz für Krebs-Therapie
Wien (APA) - Ein von dem Wiener Biotech-Unternehmen Apeiron AG voran getriebenes Forschungsprojekt hat Vermarktungserfolg: Das Unternehmen h...
Wien (APA) - Ein von dem Wiener Biotech-Unternehmen Apeiron AG voran getriebenes Forschungsprojekt hat Vermarktungserfolg: Das Unternehmen hat jetzt die globalen Vertriebsrechte für einen in Zulassung stehenden monoklonalen Antikörper zur Behandlung des Neuroblastoms, bösartiger Gehirntumore, an das britische Unternehmen EUSA Pharma vergeben. Es geht um mögliche Einkünfte von Dutzenden Millionen Euro.
Dinutuximab beta (auch APN311) ist ein monoklonaler Antikörper, der spezifisch an das GD2 Antigen bindet, das an der Oberfläche von Neuroblastomzellen entsteht. Dadurch wird in der Folge ein immunologischer Angriff gegen diese Tumorzellen initiiert. „Durch die Behandlung (...) wurde in vielen Fällen eine klinisch relevante Wirkung beobachtet; dies auch in späten Stadien dieser Erkrankung. Neuroblastom ist eine seltene Krebserkrankung, die aber für bis zu zehn Prozent der Tumoren im Kindesalter verantwortlich ist und jedes Jahr etwa 1.200 Kinder in der EU und den USA betrifft“, hieß es in einer Aussendung von Apeiron.
Wie der Vorstandsvorsitzende des Wiener Unternehmens, Hans Loibner, gegenüber der APA erklärte, handelt es sich um einen Deal, der einen hohen Gegenwert repräsentierte. Es geht um Dutzende Millionen Euro. Das britische Unternehmen zahlt einen Teil sofort. Milestone-Zahlungen werden mit Erreichen der Zulassung für das Medikament in der EU, in den USA und in Japan schlagend. Darüber hinaus gibt es weitere Lizenzgebühren gemäß dem Umsatz.
Die Therapie hat ihren Ursprung zu einem wesentlichen Anteil akademischen Instanzen zu verdanken. Apeiron entwickelte es zusammen mit Partnern von MedUnis, insbesondere mit der St. Anna Kinderkrebsforschung (CCRI), sowie mit SIOPEN (Society of Paediatric Oncology European Neuroblastoma Network). SIOPEN ist ein europäisches akademisches Netzwerk für klinische Studien und integrierte Forschung, mit dem Ziel, das Überleben von Neuroblastom Patienten zu verbessern.
Dinutuximab beta wird in Europa in einer Reihe von klinischen Studien als Teil der Therapiestrategie für die Behandlung des Hochrisiko-Neuroblastoms eingesetzt; etwa tausend Patienten sind bereits behandelt worden. Das Produkt ist auch im Rahmen eines „Managed Access“ Programmes erhältlich. Die Immuntherapie hat die Orphan-Drug Kennzeichnung in Europa sowie in den Vereinigten Staaten von Amerika und wird derzeit von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) für die Marktzulassung evaluiert. Co-Gründer von Apeiron war der Chef des Instituts für Molekulare Biotechnologie, Josef Penninger. Loibner ist einer der erfahrensten österreichischen Biotech-Experten.
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