Segeln/Radsport

Für Delle Karth und Denifl ist die kommende Saison gesichert

Wieder zu zweit oder erstmals nach fast zwei Jahrzehnten allein? Niko Resch (vorne) und Nico Delle Karth entscheiden das bald.
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Die zwei Olympia-Tiroler Nico Delle Karth (49er-Segeln) und Stefan Denifl (Straßenrad) standen nach den Spielen in Rio am Scheideweg. Nun machen die beiden weiter.

Von Florian Madl

Innsbruck –„Es schmerzt noch immer“, gesteht Nico Delle Karth. Als Medaillenkandidat war der Innsbrucker Steuermann mit seinem Kärntner Vorschoter Niko Resch in die Olympia-Regatta gegangen, als Zwölfter schloss der 32-Jährige das Projekt ab. „Immer wieder, wenn einer meiner Segel-Kollegen etwas von Rio auf Facebook postet, versetzt es mir einen Stich.“

Seit dem 15. August, dem Tag der letzten Wettfahrt, hatte Delle Karth viel Zeit nachzudenken. Und manches davon wird heute und morgen bei der Olympia-Bilanz des Segelverbands zur Sprache kommen. Was er für sich herausgefunden hat? „Ich war beim Olympia-Rennen sehr ausgebrannt. Eine Pause, wie wir sie früher immer einlegten, hätte uns gutgetan.“

Es geht weiter, wenn auch nicht mehr bei IAM Cycling. Der Tiroler Stefan Denifl steht vor dem Wechsel in einen Pro-Conti-Rennstall.
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Die gewährt sich der Tiroler demnächst, wenn er für einige Tage nach Nicaragua aufbricht. Und auch die Zukunft ist zumindest für ein Jahr gesichert. Zur Erinnerung: Dem Heeressportler drohte bereits im Vorfeld der Sommerspiele das Aus mit Saisonende, eine Verjüngung sollte anderen Sportlern die Chance auf Unterstützung gewähren.

„Dann wäre es für uns nicht mehr möglich gewesen, den Sport auszuüben“, hält Delle Karth fest. Nur durch das Förderprojekt Rio – die dafür lukrierten 130.000 Euro flossen allesamt in die Olympia-Kampagne – konnten sich Delle Karth/Resch das benötigte Material leisten. Als Lebensgrundlage blieben die 1200 Euro Sold, und selbst davon wurde Geld für Material lockergemacht.

Noch steht nicht fest, ob Nico Delle Karth auch in Zukunft mit Niko Resch an Bord geht, die Vorgabe des Heeres beschränkt sich auf eine olympische Segelklasse. Und darüber hinaus steht nicht fest, wie es nach der Saison 2017 weitergeht, denn die Spiele in Tokio sind noch in weiter Ferne (2020). Delle Karth weiß: „Ohne größeren Sponsor werden wir uns das nicht leisten können.“

Schauplatzwechsel: Auch die Karriere von Straßenradfahrer Stefan Denifl stand am Scheideweg. Der Stubaier hatte zwar niemals an ein Karriereende gedacht, doch angesichts des Rückzugs seines Schweizer Rennstalls IAM Cycling aus dem Rad-Zirkus wäre der seit Kurzem 29-Jährige möglicherweise dazu gezwungen worden.

„Ich wollte unbedingt weiterfahren, nur nicht um jeden Preis und in einer unteren Kategorie des Radsports“, lautete das Credo des Athleten aus der Top-Kategorie (Pro Tour). Während sich der Fulpmer lange Zeit Hoffnung auf eine Verpflichtung im Lotto-Rennstall machte, unterschrieben seine Teamkollegen bei Orica-BikeExchange (Roger Kluge ) oder AG2R-La Mondiale (Mathias Frank), Landsmann Matthias Brändle heuerte bei Trek-Segafredo an.

Nun scheint auch Denifl fündig geworden zu sein: bei einem neuen Pro-Continental-Team aus Europa. Die Unterschrift steht noch aus, dieser Tage fällt die Entscheidung. Dass er damit eine Leistungsstufe tiefer rutschen würde, stört den Tiroler nicht, schließlich beschritt er mit IAM Cycling einen ähnlichen Weg. „Das birgt einen gewissen Reiz“, freut sich Denifl auf eine neue Herausforderung. Zuletzt hatte der Stubaier die Bergwertung der Lombardei-Rundfahrt für sich entschieden, am kommenden Wochenende beschließt Stefan Denifl sein IAM-Engagement mit dem Tages-Klassiker Paris – Tours. Ein wenig Wehmut könnte man den Worten Denifls entnehmen, wenn er über das letzte Rennen für die Schweizer spricht: „Man war mir gegenüber immer seriös“, lobte der 29-Jährige den Arbeitgeber.

Künftig geht es anderswo weiter, die Ziele gehen ihm nach den so enttäuschenden Sommerspielen in Rio de Janeiro (Sturz, Defekt, Aufgabe) nicht aus: „Die Tour de France ist eines davon.“ Und natürlich – auch die Straßenrad-Weltmeisterschaft 2018 in Tirol hat Stefan Denifl im Fokus. „Bis zu diesem Zeitpunkt will ich mindestens Rad fahren.“ Klingt so, als hätte der Stubaier Berg- und Klassikerspezialist wieder Feuer gefangen ...