Militär-Helis in Vomp wieder daheim
Nach zehnmonatiger Schließung ist seit Montag der Militärhubschrauber-Stützpunkt in Vomp wieder in Betrieb. Zwei Hubschrauber sind laut dem Tiroler Militärkommandanten Herbert Bauer derzeit vor Ort.
Von Angela Dähling
Vomp –Der Kampf hat sich gelohnt: Am Montag hatte die unabhängige Initiative zum Erhalt des Hubschrauberstützpunktes Vomp mit Fritz Gurgiser Grund zu feiern. Denn ihr Ziel, die „Wieder-Inbetriebnahme“ des Hubschrauberstützpunktes in Vomp, ist erreicht. „Seit Montag ist der Stützpunkt wieder besetzt, das heißt, das Bodenpersonal ist bereit, militärische Luftfahrzeuge aufzunehmen. Außerdem ist ein Hubschrauber aus Ostösterreich auf den Stützpunkt verlegt worden, der für militärische Aufträge wie etwa Grenzraumüberwachung oder zivile Assistenzanforderungen, z. B. für Lawinenkommissionen, zur Verfügung steht“, erklärt Herbert Bauer, Militärkommandant von Tirol. Ein weiterer Hubschrauber erfülle derzeit, ausgehend vom Stützpunkt in Vomp, militärische Aufträge in Tirol.
Der Stützpunkt sei im Katastrophenfall von großer Bedeutung, weil mehrere Hubschrauber aufgenommen, gewartet und versorgt werden können. Die Wiederinbetriebnahme ist laut Bauer auch in der geänderten Sicherheitslage begründet, die zu einer Verbesserung der Einsatzbereitschaft des Bundesheers in allen Bereichen führe. „Die Katastrophenhilfe aus der Luft ist mehrstufig zu sehen. Mal genügt ein Hubschrauber, wie beim Waldbrand Hechenberg, mal werden viele Hubschrauber benötigt, wie beim Waldbrand Absam oder beim Lawinenunglück in Galtür, die erst herangeführt werden müssen“, erklärt Bauer.
Für Gurgiser ist der seit 46 Jahren bestehende Hubschrauberstützpunkt in Vomp „ein unverzichtbares Gut für Tirol und Vorarlberg“. Er erinnert an eine Luftunterstützungsübung im Außerfern im Vorjahr. „Maschinen aus Langenlebarn, Hörsching und Aigen konnten da nicht oder nur verspätet nach Tirol einfliegen wegen schlechter Witterung am Alpenhauptkamm“, sagt er. Da habe sich einmal mehr gezeigt, wie wichtig Vomp als einziger Hubschrauberstützpunkt in Westösterreich im Katastrophenfall sei. Zehn Monate lang (seit Dezember 2015) war der Hubschrauberstützpunkt geschlossen. Laut Gurgiser sei der Kampf seines Teams hart und einsam gewesen – mit großem Widerstand aus Wien und Innsbruck. Einzig NR Hermann Gahr habe sich ebenso nicht beirren lassen. Hilde Marksteiner sammelte zudem unermüdlich Unterschriften – weit über 4000 Tiroler setzten sich mit ihrer Signatur für den Erhalt des Vomper Stützpunktes ein. „Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben“, gesteht der Vomper Bürgermeister Karl-Josef Schubert. Möglich sei die Wiederbelebung nur durch den Ministerwechsel geworden.
Das weiß auch Gurgiser, der Minister Hans Peter Doskozil dankt und ihm Hausverstand attestiert. In der räumlich strikt getrennten Kaserne neben dem Landeplatz sind bekanntlich Flüchtlinge untergebracht. BM Schubert: „Wir bemühen uns, dass auch die Kaserne ihrem eigentlichen Zweck wieder zugeführt wird, und orten Signale, dass der mit Jahresende auslaufende Vertrag möglicherweise nicht nochmals verlängert wird.“
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