Wiener Biotech-Unternehmen vergab 2 - Arbeiten zu Liquid Biopsy

Wien (APA) - Die St. Anna Kinderkrebsforschung, an der Wiener Klinik wurde auch an der Entwicklung von Dinutuximab beta von Apeiron federfüh...

Wien (APA) - Die St. Anna Kinderkrebsforschung, an der Wiener Klinik wurde auch an der Entwicklung von Dinutuximab beta von Apeiron federführend mitgearbeitet, verfolgt rund um das Neuroblastom ein potenziell zukunftsweisendes Projekt. Im Rahmen des europäischen Projekts ONTHETRRAC soll über die Analyse von Tumor-Erbmaterial aus dem Blut eine genauere und präzisere Diagnose der Krankheit erfolgen.

Das Neuroblastom ist eine der häufigsten Krebserkrankungen des Säuglings- und frühen Kindesalters und für rund 15 Prozent aller pädiatrischen Krebstodesfälle verantwortlich. In den vergangenen Jahren hat sich herauskristallisiert, dass das Neuroblastom durch eine große „intratumorale“ Heterogenität (Uneinheitlichkeit) gekennzeichnet ist, die eine genetische Diagnose und daraus abgeleitete Therapien schwierig macht. Im Zentrum des Programms steht die „Flüssige Biopsie“ (Liquid Biopsy). Unter Leitung des Tumorbiologen Peter Ambros von der St. Anna Kinderkrebsforschung haben sich vier international renommierte Institute - die Charite in Berlin, das Institut Curie in Paris, das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg und das Cancer Research Institute in Gent - in einem Forschungskonsortium zusammengefunden, hieß es am Dienstag in einer Aussendung.

Dass DNA von Tumorzellen im Blutplasma gefunden werden kann, ist seit langem bekannt. Doch bis vor Kurzem gab es noch keine Methoden, um diese geringen Mengen an zellfreier Tumor-DNA entsprechend zu untersuchen. In den vergangenen Jahren hat sich mit dem Einsatz von modernen Analysemethoden mehr und mehr abgezeichnet, dass diese freie Tumor-DNA, die mittels „Flüssiger Biopsie“ aus dem Blut oder Knochenmark gewonnen werden kann, einen repräsentativen Querschnitt aller Genomveränderungen des Tumors darstellt. Der zentrale Ansatz des Projekts besteht nun darin, den Einsatz der „Flüssigen Biopsie“ für das Neuroblastom zu evaluieren. Bis 2018 soll laut Ambros diese hochsensitive diagnostische Methode in der klinischen Praxis angewendet werden. Dafür müssen aber erst Standards geschaffen werden, um die Ergebnisse verschiedener Labors vergleichen zu können.