Kämpfe um Aleppo - Scharfe Kritik von UNO-Menschenrechtskommissar

Aleppo/Damaskus (APA/Reuters) - Bei einem Angriff auf den von der syrischen Regierung kontrollierten Westteil von Aleppo sind nach Berichten...

Aleppo/Damaskus (APA/Reuters) - Bei einem Angriff auf den von der syrischen Regierung kontrollierten Westteil von Aleppo sind nach Berichten des staatlichen Fernsehens am Dienstag fünf Personen getötet und 20 weitere verletzt worden. Die Rebellen erklärten, sie hätten eine Offensive syrischer Truppen im Süden Aleppos zurückgeschlagen. Die Angriffe syrischer und russischer Kampfflugzeuge auf Wohngebiete gingen unterdessen weiter.

Der Osten der Stadt wird von Rebellen beherrscht. Sie werden vor allem von arabischen Golfstaaten, aber auch von den USA unterstützt. Gegen sie führt die syrische Armee mit russischer Militärhilfe eine massive Offensive. Alle Versuche, auf politischem Wege einen Waffenstillstand zu erreichen, sind bisher gescheitert. Am Montag setzten die USA ihre Gespräche mit Russland über den Syrien-Krieg aus. Der UNO-Sondergesandte Staffan de Mistura bemühte sich darum, die Gesprächsfäden neu zu knüpfen. Er sei in intensiven Konsultationen mit seinen Mitarbeitern und anderen wichtigen Parteien.

Der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte warnte Russland davor, den Ostteil Aleppos weiterhin mit Brandbomben anzugreifen. Der Einsatz dieser geächteten Waffen auf dicht bewohnte Gebiete sei besonders besorgniserregend, sagte Zeid (Said) Raad al-Hussein in Genf. Er zog dabei Parallelen zu den Kämpfen um Stalingrad, Warschau und Dresden im Zweiten Weltkrieg. Außerdem warf er der syrischen Armee und deren Verbündeten vor, besonders schutzbedürftige Einrichtungen wie Krankenhäuser und Wasserwerke anzugreifen. Er sprach in diesem Zusammenhang von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Syrien und Russland begründen ihre Militäraktionen damit, dass sie einen Kampf gegen Terroristen führten. Dem entgegnete der Hochkommissar, die Verbrechen der einen Seite rechtfertigten nicht den Einsatz illegaler Mittel durch die andere. Er sprach sich auch dafür aus, das Vetorecht im UNO-Sicherheitsrat einzuschränken, um die Vorgänge im Syrien-Krieg vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH/ICC) untersuchen zu lassen.

~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA282 2016-10-04/13:31