Taferlwechsel in Wörgl regt Politik auf
Verordnung für neue Stoppschilder auf Wörgler Straßen führte zu Diskussionen.
Von Wolfgang Otter
Wörgl –Keine Stopptafel für den Verkehr, sondern eine Stopptafel für die Bürokratie will hinkünftig der Wörgler Gemeinderat Andreas Taxacher (Team Wörgl). „Ich werde sicher keiner Änderung eines Verkehrsschildes ohne schriftliche Stellungnahme des Sachverständigen mehr zustimmen“, sagt Taxacher zur TT.
Auslöser für dieses Vorgehen waren zwei Tagesordnungspunkte in der jüngsten Gemeinderratssitzung. Laut diesen sollen die „Vorrang geben“-Tafeln an der Kreuzung des Unteren Aubachweges mit der B171 (Innsbrucker Straße) und der Prof.-Hans-Hömberg-Straße mit dem Unteren Aubachweg in Stopptafeln umgewandelt werden. Die Notwendigkeit für diese Maßnahmen wurde bei einer Begehung mit Vertretern der Bezirkshauptmannschaft und des Baubezirksamtes Kufstein festgestellt. Für Taxacher unverständlich. In der Prof.-Hans-Hömberg-Straße stehen gerade mal zwei Häuser. Der Verkehr sei daher nur gering.
Der Verwaltungsaufwand wurde auch bei der Sitzung des Gemeinderates kritisiert, BM Hedi Wechner (Liste Wechner) sprach davon, dass man langsam zu „Schilderbürgern“ werde. Gemeinderat Michael Riedhart (Junge Wörgler) setzte ein „Zeichen des Widerstands“ gegen die Bezirksbehörde und stimmte prompt gegen den Antrag für die neuen Verordnungen. Aber die Stopptafel einfach wegzulassen, wäre laut GR Georg Breitenlechner (Liste Wechner) vom Technik-Ausschuss ein Risiko. „Da könnte es zu Haftungsproblemen kommen“, warnte er.
Sich einfach über die Behörde hinwegzusetzen, wäre auch nicht möglich. „Notfalls würden wir die Schilder per Bescheid vorschreiben“, sagt Gerhard Kurz, Leiter des Referats für Verkehrsangelegenheiten an der Bezirkshauptmannschaft Kufstein. Wobei dies noch nie im Bezirk geschehen sei, „weil man Verordnungen immer im Einvernehmen mit den Gemeinden festlegt“. Was nun den Wechsel der Tafeln betreffe, so sei die Notwendigkeit dafür bei einer Begehung festgestellt worden, wie Kurz schildert. Auch für die an der Kreuzung mit der Prof.-Hans-Hömberg-Straße. Hier habe sich die Sichtweite für einfahrende Fahrzeuge durch einen Neubau an der Straße geändert, „das ist ganz unabhängig von der Anzahl der dort fahrenden Autos zu sehen“, sagt Kurz. Das Gleiche gelte für die Kreuzung mit dem Unteren Aubachweg. Eine Überprüfung der Verkehrsschilder sei überdies in gewissen Zeitabständen notwendig, da sich die Verkehrssituation ändern könne.
Was nun die Prof.-Hans-Hömberg-Straße anbelangt, steht dort bereits die Stopptafel, die nötige Verordnung dazu wird noch nachgereicht.
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