Landespolitik

Widerstand der Anrainer im Klosteranger

Innsbruck – Der Pfarrsaal Sieglanger platzte am Montagabend aus allen Nähten: Knapp 300 Personen waren der Einladung der „Interessensgemeins...

Innsbruck –Der Pfarrsaal Sieglanger platzte am Montagabend aus allen Nähten: Knapp 300 Personen waren der Einladung der „Interessensgemeinschaft (IG) Sieglanger-Klosteranger-Mentlberg“ gefolgt, die sich vehement gegen ein Wohnbauprojekt im Klosteranger engagiert. Auf einer rund 10.000 Quadratmeter großen Freifläche sollen 129 Wohnungen entstehen – etwa die Hälfte als geförderter Wohnbau. Für die IG ist das Projekt überdimensioniert. „Einen solchen Zuzug kann der Stadtteil nicht verkraften“, ist IG-Sprecher und Anrainer Josef Kantner überzeugt.

Als Argumente führt er unter anderem fehlende Infrastruktur an. Zum einen übersteige der Zuzug die Kapazitäten der örtlichen Kinderbetreuungseinrichtungen, zum anderen nehme der Verkehr ein unerträgliches Ausmaß an. „Schon jetzt ist die Parkplatzsituation schwierig, außerdem steigt durch das erhöhte Verkehrsaufkommen das Unfallrisiko. Die Straße ist nur einspurig befahrbar, an manchen Stellen verfügt der Klosteranger nicht einmal über einen Gehsteig“, so Kantner.

„Ein Gutachter hat bestätigt, dass die Straße auch einem erhöhten Verkehrsaufkommen gewachsen ist“, hält Planungsstadtrat Gerhard Fritz (Grüne) dagegen. Er gehe aber ohnehin nicht davon aus, dass der Verkehr durch den Neubau rasant ansteigen wird. Was die Parkplätze betrifft, verweist Fritz auf die geplante Tiefgarage. Kindergarten und Schule ließen sich „bei Bedarf erweitern“. Der Stadtrat sieht im Neubau auch Chancen für die Infrastruktur: „Durch die neuen Bewohner und den damit größeren Kundenkreis wird der Stadtteil für Nahversorger interessanter.“

Im laufenden Verfahren zur Genehmigung von Flächenwidmungs- und Bebauungsplan haben die IG sowie Kantners Sohn, der ebenfalls neben dem Baugrundstück wohnt und als Rechtsanwalt tätig ist, kritische Stellungnahmen eingebracht. Die Einwände werden derzeit durch Gutachter geprüft, erklärt Fritz – der Gemeinderat wird sich deshalb erst im November mit dem Projekt beschäftigen. Zuvor steht aber im Pfarrsaal Siegl­anger noch der von der Stadtregierung initiierte „Stadtteiltag“ auf dem Programm. Auch dort will die IG, die nach eigenen Angaben bereits über 300 Unterschriften gegen das Wohnprojekt gesammelt hat, Präsenz zeigen. (mxs)