Deutscher Börsenhändler Schnigge entgeht Insolvenz

Frankfurt (APA/Reuters) - Der Düsseldorfer Wertpapierhändler Schnigge kommt um ein Insolvenzverfahren herum. Ein säumiger Handelspartner aus...

Frankfurt (APA/Reuters) - Der Düsseldorfer Wertpapierhändler Schnigge kommt um ein Insolvenzverfahren herum. Ein säumiger Handelspartner aus Großbritannien habe seine Verpflichtungen aus einer Transaktion endlich erfüllt, die er mehr als einen Monat schuldig geblieben sei, sagte Schnigge-Direktor Florian Weber am Dienstag.

Angesichts der hohen Außenstände hatte HSBC Trinkaus als Abwicklungsbank von Schnigge am Freitag die Konten gesperrt. Das Unternehmen sei mit der Abwicklung des Geschäfts nun nicht mehr zahlungsunfähig, sagte Weber. Die deutsche Finanz- und Wertpapieraufsicht BaFin habe den Insolvenzantrag für Schnigge, den sie am Freitag gestellt hatte, zurückgezogen, bestätigte eine Sprecherin der Behörde.

Die BaFin ist bei allen Firmen mit Banklizenz die Instanz, die allein für einen Insolvenzantrag zuständig ist. „Nun können wir grundsätzlich wieder handeln“, sagte Weber. Bis die Systeme wieder liefen, werde es aber wohl bis Mittwoch dauern. „Das ist keine angenehme Situation. Es besteht die Gefahr, dass der eine oder andere Kunde abspringt.“ Den Kunden sei aber kein Schaden entstanden, erklärte Schnigge.

Das 1992 gegründete Unternehmen hat 25 Mitarbeiter. Schnigge gehört zu 92 Prozent dem Finanzinvestor Augur Capital, der auch an dem Lebensversicherer myLife beteiligt ist.

Der Wertpapierhändler betreut als Skontroführer die Orderbücher für viele Aktien an deutschen Börsen, unter anderem in Frankfurt und Düsseldorf, und ist damit für die Feststellung der Kurse im Parketthandel zuständig. Bekannt ist Schnigge für den Handel mit Aktien von Börsenkandidaten vor deren Erstnotiz. Die Firma schreibt seit drei Jahren rote Zahlen und rechnet auch für 2016 mit Verlusten.