Zürcher Börse schließt höher

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat seinen Erholungskurs am Dienstag fortgesetzt. Vor allem die Papiere der Banken erholten...

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat seinen Erholungskurs am Dienstag fortgesetzt. Vor allem die Papiere der Banken erholten sich weiter von den Kursverlusten der Vorwoche, als die Sorgen um die Deutsche Bank und Befürchtungen einer Bankenkrise die Kurse hatten absacken lassen.

In der Schweiz waren alle Augen auf ABB gerichtet. Der Technologiekonzern informierte am Investorentag über strategische Weichenstellungen. Am Aktienmarkt ging es weiter nach oben. Nachdem im US-Wahlkampf die Umfragewerte Donald Trumps nachließen, sei der Weg für Kursgewinne frei, sagte ein Händler. Am Markt werde die demokratische Kandidatin Clinton als „kalkulierbarer“ eingestuft. Dem halten andere Marktexperten entgegen, dass der Ausgang der US-Wahlen nach wie vor von großer Unsicherheit geprägt bleibe und die Kurse der Dividendenpapiere belaste.

Bis Börsenschluss gewann der Swiss Market Index (SMI ) 0,79 Prozent auf 8.230,73 Punkte und weitete damit die Gewinne der beiden vorigen Handelstage aus. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die größten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, stieg um 0,97 Prozent auf 1.255,54 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,75 Prozent auf 8.985,31 Punkte.

Mit Spannung war in den vergangenen Tagen der Kapitalmarkttag von ABB erwartet worden, nachdem wichtige Investoren zuvor die Abspaltung der Stromnetzsparte gefordert hatten. ABB hält aber an dem Bereich fest, gliedert die übrigen Sparten neu, setzt auf die Digitalisierung und verschärft sein das Sparprogramm. An der Börse wurden die Nachrichten insgesamt positiv aufgenommen. Die ABB-Aktie gewann 1,4 Prozent an Wert.

Deutlich stärker legten die Aktien der Großbanken Credit Suisse (+2,8 Prozent) und UBS (+1,8 Prozent) zu. Zwar sei die Hoffnung auf eine schnelle Einigung mit den US-Behörden in Streitfällen über dubiose Hypothekengeschäfte etwas verflogen, doch könnten sich die europäischen Bankaktien weiter erholen, hieß es im Handel. Die Bank Vontobel sieht vor allem die UBS in Sachen Umbau, Entschuldung und Kapitalaufbau in einer guten Position und bestätigte die Kaufempfehlung für die Aktie.

An der Spitze der SMI/SLI-Tabelle verteidigten die Aktien von Adecco (+3,8 Prozent) den Spitzenplatz bis zum Schluss. Der Personalvermittler hatte in den USA die Übernahme des Unternehmens D4 bekannt, das auf juristische Dienstleistungen spezialisiert ist. Allerdings handelt es sich dabei um einen kleinen Zukauf, D4 macht lediglich einen Jahresumsatz von rund 30 Millionen US-Dollar.

Ebenfalls eine kleinere Übernahme vermeldete der Warenprüfkonzern SGS, dessen Aktien daraufhin um 2,1 Prozent zulegten. SGS kauft den in der Umweltprüfung tätigen kanadischen Dienstleister Axys Analytical Services, der nach Ansicht von Analysten „sehr gut“ ins Portfolio passt. Auch Axys ist gemessen am Jahresumsatz von umgerechnet 9 Millionen Schweizer Franken recht klein.

Nach oben ging es auch für die Aktien von Richemont (+2,2 Prozent). Die Analysten von Bryan Garnier hatten den fairen Wert für die Aktie leicht gesenkt, ihre Empfehlung „Neutral“ aber bestätigt. Die Experten sind gegenüber Luxusgüterherstellern weiterhin vorsichtig eingestellt und haben vor den für November erwarteten Halbjahreszahlen ihre Prognosen überarbeitet. Die Aktien des Branchennachbars Swatch gewannen 1,1 Prozent an Wert.

Gute Unterstützung erhielt der SMI vom Schwergewicht Novartis (+0,9 Prozent). Weniger stark legten die Papiere von Nestlé (+0,5 Prozent) und Roche (+0,1 Prozent) zu.

Auf der Gegenseite zählten Swiss Re (-0,6 Prozent) zu den größten Verlierern,denn das Sturmtief „Matthew“ steuert auf die US-amerikanische Ostküste zu. Unter Druck standen auch noch Lonza (-0,4 Prozent) und Actelion (-0,3 Prozent).

~ ISIN CH0009980894 ~ APA481 2016-10-04/18:22