Zähmung der Isel im Lienzer Stadtgebiet
Der Gefahrenzonenplan unterstreicht den Handlungsbedarf. Mit den umfangreichen Schutzbaumaßnahmen wird frühestens 2018 gestartet.
Von Claudia Funder
Lienz –Lienz ist nicht ausreichend vor den Folgen eines möglichen hundertjährlichen Hochwassers geschützt. Würde ein so genanntes „HQ100“ durch die Stadt donnern, wäre mit großen Schäden, vorwiegend an Gebäuden, zu rechnen, sagen Experten.
Handeln ist angesagt, das unterstrich auch der Gefahrenzonenplan, der am Dienstagabend im Lienzer Gemeinderat präsentiert wurde. Die Ist-Situation wurde von Lukas Umach vom Amt der Tiroler Landesregierung, Peter Mayr von der flussbau iC GesmbH und Walter Hopfgartner vom Baubezirksamt Lienz veranschaulicht. Die Erstellung des Fachgutachtens, das der Plan ist und das auch als Basis für Förderungen der Schutzmaßnahmen an der Isel dient, nahm ein Jahr in Anspruch.
Der angepeilte Hochwasserschutz, dem jahrelange Untersuchungen vorausgingen, wird ein Mix aus Maßnahmen sein. Aus drei unterschiedlichen Lösungsmöglichkeiten wurde eine Projektvariante ausgewählt. Entscheidungskriterium waren auch die Kosten, der Sicherheitsanspruch war aber bei allen drei Varianten gleich, erklärte das Trio.
Das Großprojekt sieht die Verbauung eines 2,8 Kilometer langen Teilabschnittes der Isel vor, und zwar von der Schlossbrücke bis zur Einmündung in die Drau. Einerseits soll die Flusssohle um einen Meter tiefer gelegt werden, um den Querschnitt zu vergrößern – denn in die Breite zu gehen, wäre hier unmöglich. Zusätzlich werden seitliche Ufererhöhungen, sprich Mauern, für Schutz sorgen.
Es wird aber auch mobile Schutzelemente geben, als Objektschutz etwa im Bereich des Klosters und beim geplanten Campus. Im Notfall lassen sich diese Aluelemente mit Dichtungen auf Schienen relativ einfach schließen.
Die Brücken sind übrigens fast alle hochwasserfest und bleiben erhalten. Einzige Ausnahme: Der Iselsteg wäre einem HQ100 nicht gewachsen. „Er ist zu tief und die beiden Pfeiler stören“, so Hopfgartner. Das Bauprojekt sieht hier eine neue Brücke vor.
Wann die umfangreichen Baumaßnahmen, die das Stadtgebiet hochwassersicher machen werden, starten, ist noch nicht fixiert. Das Projekt befinde sich derzeit in der Einreichphase, erklärt Lukas Umach im Gespräch mit der TT. Die Bausumme liege bei 5 bis 5,4 Mio. Euro. „In der Regel trägt der Bund 85 Prozent der Kosten“, erklärt Hopfgartner. Die restlichen 15 Prozent hätte die Stadt Lienz als Bauherrin zu stemmen. Baustart ist frühestens 2018, stellt Walter Hopfgartner auf Nachfrage klar.
Die Kosten für das Projekt liegen übrigens in etwa im gleichen Bereich wie jene des errechneten Schadens, den ein HQ100 verursachen würde, sagt Umach. „Die Kosten-Nutzen-Rechnung berücksichtigt aber zusätzlich auch nichtmonetäre Effekte, wie etwa jene auf Menschenleben oder die Ökologie.“
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