FMA-Konferenz - FMA-Vorstände: Aufsicht muss dynamisch sein
Wien (APA) - Die Aufsicht über die Finanzmärkte müsse heute europäisch sein, integriert und sektorübergreifend agieren, sie müsse risikoorie...
Wien (APA) - Die Aufsicht über die Finanzmärkte müsse heute europäisch sein, integriert und sektorübergreifend agieren, sie müsse risikoorientiert erfolgen und proportional angewandt werden, und sie müsse dynamisch sein. Das betonten die beiden FMA-Vorstände Klaus Kumpfmüller und Helmut Ettl auf der 7. FMA-Aufsichtskonferenz am Mittwoch in Wien.
„Aufsicht muss heute europäisch sein, muss grenzüberschreitend agierten“, sagte Kumpfmüller in seiner Eröffnungsrede. „Der Binnenmarkt der Europäischen Union, der grenzenlose Markt für mehr als 500 Millionen Verbraucher und zigtausend Anbieter von Finanzdienstleistungen braucht auch eine europäische Aufsicht“, so Kumpfmüller.
Die Aufsicht müsse heute zudem integriert agieren, insbesondere bei einer so kleinen offenen Volkswirtschaft wie Österreich, wo die Finanzmärkte so vernetzt und voneinander abhängig seien, dass jede Änderung auf einem Markt gravierende Auswirkungen auf alle anderen Märkte haben könne und habe.
Als weiteren Erfolgsfaktor einer erfolgreichen Aufsicht nannte Kumpfmüller ihre Risikoorientiertheit und Proportionalität. Der riesige europäische Markt habe zu sehr heterogenen Strukturen geführt, mit großen und kleinen Playern, mit Instituten von europäischer, nationaler und regionaler Bedeutung. „Regulierung und Aufsicht haben das zu berücksichtigen“, so Kumpfmüller. Dabei spiele die Subsidiarität eine wichtige Rolle: Regulierung und Aufsicht müssten dort ansetzen, wo sie am effektivsten und effizientesten wirken könne.
Aufsicht müsse weiters dynamisch sein. Die Zeiten der starren rein quantitativen Vorgaben seien vorbei, heute gehe es um qualitative Vorgaben. Es gehe nicht nur um die Eigenkapitalausstattung sondern auch um die Beurteilung von Risikomanagement und Compliance-Strukturen, und darum mit der Innovationskraft des Marktes Schritt zu halten.
„Ziel der Aufsicht ist nicht das Verhindern, Ziel der Aufsicht ist das Ermöglichen“, führte Kumpfmüller aus. Dabei dürfe aber die Stabilität der Finanzmärkte nicht erschüttert werden. Regulierung und Aufsicht müssten mit den Entwicklungen am Markt Schritt halten.
Aufsicht habe aber auch die Aufgabe, kreative Zerstörung zuzulassen. Das sei der Kern der Dynamik des Marktes. Und auch Regulierung und Aufsicht müssten dynamisch sein.
~ WEB http://www.fma.gv.at ~ APA089 2016-10-05/09:43
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