Iran fordert Verständnis für Gabriels Israel-Äußerungen

Teheran (APA/dpa) - Der Iran hat Verständnis für die Israel-Äußerungen des deutschen Vizekanzlers Sigmar Gabriel gefordert, die in Teheran d...

Teheran (APA/dpa) - Der Iran hat Verständnis für die Israel-Äußerungen des deutschen Vizekanzlers Sigmar Gabriel gefordert, die in Teheran die Wogen hoch gehen lassen. „Wir sollten auch die innenpolitische Stimmung in Deutschland in Betracht ziehen“, sagte Außenamts-Sprecher Bahram Ghassemi der Tageszeitung „Etemad“. Gabriel hatte eine Anerkennung Israels zur Bedingung für normale bilaterale Beziehungen gemacht.

Deutschland habe nun einmal auch Beziehungen mit anderen Ländern in der Region, darunter auch mit Israel, die nicht ignoriert werden können, sagte Ghassemi. Dennoch seien solche Äußerungen gegen diplomatische Prinzipien, da kein Land einem anderen außenpolitisch was vorschreiben könne. Außerdem sei die iranische Haltung gegenüber Israel und Palästina seit vielen Jahren ausreichend bekannt.

Hintergrund der Aufregung war ein Interview Gabriels mit dem „Spiegel“ vor seiner Iran-Reise. „Ein normales, freundschaftliches Verhältnis zu Deutschland wird erst dann möglich sein, wenn Iran das Existenzrecht Israels akzeptiert“, hatte der sozialdemokratische Politiker gesagt.

Dieser Satz führte auch während der Reise zu harscher Kritik aus der iranischen Führung. Anders als bei seinem ersten Teheran-Besuch im Juli 2015 gab es kein Treffen mit Präsident Hassan Rouhani oder mit Außenminister Mohammed Javad Zarif. Ebenso wurde ein geplantes Gespräch mit Parlamentspräsident Ali Larijani abgesagt. Laut Justizchef Sadegh Amoli Larijani hätte Teheran Gabriels Einreise verbieten sollen.

Der iranische Regierungssprecher Mohammed Bagher Nobacht hatte versucht, die entstandene Aufregung in Teheran herunterzuspielen. Gabriel respektiere sowohl das iranische Volk als auch die Regierung. Das Ziel seiner Reise sei der Ausbau der Beziehungen gewesen. Nach Einschätzung Nobachts waren die Äußerungen mehr für das deutsche Publikum gedacht.