Psychisch kranke Weststeirerin zerkratzte wieder Autos in Graz

Graz (APA) - Eine Weststeirerin (35), die bei Ausflügen nach Graz immer wieder Dutzende Pkw zerkratzt hatte, ist laut Polizei wieder aktiv g...

Graz (APA) - Eine Weststeirerin (35), die bei Ausflügen nach Graz immer wieder Dutzende Pkw zerkratzt hatte, ist laut Polizei wieder aktiv geworden und hat zwei Autos beschädigt. Sie ist geständig und mit Name und Anschrift bekannt, doch wegen einer psychischen Krankheit der Frau seien Staatsanwaltschaft und Polizei die Hände gebunden, hieß es am Mittwoch seitens der Behörden auf APA-Anfrage.

Die einschlägig amtsbekannte Frau aus dem westlichen Teil des Bezirks Graz-Umgebung hat vor kurzem wieder zumindest zwei Pkw in den Bezirken Straßgang und Puntigam mit einem spitzen Gegenstand beschädigt. Dabei kratzte sie jeweils ein ähnliches, auffälliges Zickzack-Muster in den Lack der Fahrzeuge.

Über die Jahre dürfte die Weststeirerin Dutzende, wenn nicht Hunderte Autos auf diese Art beschädigt haben. Polizeisprecher Fritz Grundnig sagte dazu auf APA-Anfrage, man erstatte immer Anzeige, aber das Verfahren werde dann auch immer eingestellt. Als Motiv habe die Frau „Wutanfälle“ angegeben. Bisher war sie nur in Graz „tätig“.

Bei der Staatsanwaltschaft Graz ist man mit dem Problem vertraut. Sprecher Hansjörg Bacher sagte zur APA, ein psychiatrischer Sachverständiger habe die Frau begutachtet und dazu sei attestiert worden, dass sie „zurechnungsunfähig“ sei. „Die Sachbeschädigungen sind keine Anlasstat für eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher“, sagte Bacher. Eine Anlasstat sei eine mit einem Strafrahmen von über einem Jahr Haft bedrohte Handlung. „So wollte es der Gesetzgeber“, sagte Bacher.

Auf den Schäden dürften die Autobesitzer sitzenbleiben, wenn ihre Versicherungsverträge nicht auch „Vandalismusschäden“ beinhalten. Von der Frau selbst dürfte auf zivilrechtlichem Wege nichts zu holen sein. Sie lebt laut Medienberichten in einem Heim und unter Sachwalterschaft.