OSZE-Konferenz zu Jugend, Radikalisierung und Migration eröffnet

Wien (APA) - In Wien ist am Mittwoch eine zweitägige Konferenz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zum Thema...

Wien (APA) - In Wien ist am Mittwoch eine zweitägige Konferenz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zum Thema Jugend, Radikalisierung und Migration im Mittelmeerraum eröffnet worden. Die Frage, wie man mit Migration umgehe, „ist eines der zentralen Themen der Sicherheitspolitik im 21. Jahrhundert“, betonte OSZE-Generalsekretär Lamberto Zannier zum Auftakt des Treffens.

Daher müsse sich auch die OSZE hier „stark positionieren“, fügte Zannier hinzu. Außenamts-Generalsekretär Michael Linhart kündigte an, Radikalisierung, Terrorismus und Migration würden „zu den wichtigsten Prioritäten des österreichischen Vorsitzes“ der OSZE im nächsten Jahr gehören.

Notwendig seien hier einerseits „präventive Maßnahmen“, etwa im Rahmen von Deradikalisierungs-Workshops mit Jugendlichen, so Linhart. Andererseits gehe es auch darum, „globale und nachhaltige Lösungen im Migrationsbereich zu finden“. Dazu brauche es „mehr Hilfe vor Ort“, aber auch „starke Lösungen, basierend auf der Kontrolle der Außengrenzen“ sowie ein gemeinsames europäisches Asylsystem und eine Verteilung von Flüchtlingen in der EU.

An der Wiener Konferenz nahmen auch Jugendliche von der europäischen und der afrikanischen Seite des Mittelmeers teil. Sie seien in vielerlei Hinsicht „die am meisten betroffene Gruppe“, betonte Zannier. Nicht nur, was Radikalisierung und Migration betreffe, sondern etwa auch angesichts fehlender Zukunftsaussichten und Jobs.

Vor diesem Hintergrund dürfe man die aktuellen Konflikte in Nordafrika nicht einfach als Resultat religiöser oder kultureller Differenzen sehen, mahnte der OSZE-Generalsekretär. „Sie sind auch das Resultat unserer Unfähigkeit, jene Bedürfnisse zu erfüllen, die die neue Generation mit Recht hat.“ Er hoffe, dass es dem Wiener Treffen hier gelingen werde, „konkrete Vorschläge auszuarbeiten“.

Hierzu werden am morgigen Donnerstag in Wien zahlreiche Außenminister erwartet. Neben dem österreichischen Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) nehmen etwa auch der jordanische Außenminister Nasser Judeh sowie sein libyscher Amtskollege Mohammed Taher Siala an den Beratungen teil. Auch der UNO-Sondergesandte für Libyen, Martin Kobler, hat sein Kommen angekündigt.

~ WEB http://www.osce.org/ ~ APA155 2016-10-05/11:08