Deutsche Regierung will Druck in Syriens Nachbarländern mindern
Amman/Damaskus (APA/dpa) - Mit Beschäftigungsprogrammen will die deutsche Regierung verhindern, dass sich die Spannungen zwischen Flüchtling...
Amman/Damaskus (APA/dpa) - Mit Beschäftigungsprogrammen will die deutsche Regierung verhindern, dass sich die Spannungen zwischen Flüchtlingen und Einheimischen in den Nachbarstaaten Syriens verschärfen. „Ich habe Verständnis dafür, wenn die Regierung sagt, wir können nicht noch mehr Flüchtlinge aufnehmen“, sagte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU).
Der Minister führte am Mittwoch Gespräche mit Regierungsvertretern in der jordanischen Hauptstadt Amman. Jordanien hat seit Beginn des Syrien-Konflikts 2011 nach eigenen Angaben 1,4 Millionen Flüchtlinge aufgenommen.
Das deutsche Entwicklungsministerium hat in Jordanien, der Türkei, im Libanon und im Norden des Iraks in den vergangenen sechs Monaten nach eigenen Angaben 34.000 Jobs geschaffen. In den sogenannten „Cash-for-work“-Programmen werden sowohl syrische Flüchtlinge als auch arbeitslose Einheimische beschäftigt. Damit soll der soziale Frieden gewahrt bleiben. Müller sagte, wenn die Flüchtlinge Arbeit und Schulplätze für ihre Kinder hätten, sei das Bedürfnis, nach Europa weiter zu ziehen, nicht mehr so groß.
Der Minister macht sich Sorgen, dass sich bei einer weiteren Verschärfung der wirtschaftlichen Probleme in ihrer Heimat bald auch eine größere Anzahl perspektivloser junger Ägypter mit Schlepperbooten auf den gefährlichen Weg nach Europa machen könnten. Das könnte „die übernächste Krise“ sein. Müller will in den kommenden zwei Tagen auch Hilfsprojekte im Libanon und in der Türkei besuchen.
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